206 losoph. Facultät die Magisterwürde. Von Marburg wurde er dann im I. 1603 nach Eorbach an das Gymnasium zit einem Lector Rhetorices oder Lehrer der 4. Classe (welcher nachmals Subeoui-eetol- genannt wurde) berufen. Mit Unrecht berichten Einige (I. Nicolai, Ann. Ms., Martini consp. hist. cet. p. 7), er sei Conrector am Gymnasium gewesen. Er zeigte sich zu Eorbach als eifriger Lehrer, stellte aber gegen die Calvinisten strenge Thesen auf, welche der Stadtmagistrat nicht billigte und deren Verthei ­ digung inhibirte. Int I. 1605 wurde er zum Prorector an das Gymnasium zu Soest berufen. Von hier bekam er einen Rttf zum Lehrer nach Hamburg und dann an die Universität zu Gießen. Er zog es jedoch vor im I. 1609 einige adelige Herren auf die Universitäten zu Löwen uitö Leiden zu begleiten. In Löwen ent- schloß er sich, Jura zu studiren; 1614 ging er nach Speyer, mit sich beim Kais. Kammergericht für die Praxis vorzubereiten; 1615 erlangte er zu Basel den Doctorgrad beider Rechte. Nach seiner im I. 1616 erfolgten Rückkehr ins Vaterland wurde er zum gräff. Rath und später zum Canzeler ernannt. Als solcher starb er 1641 auf der Canzlei zu Arolsen, wurde aber zu Eorbach beerdigt. Er hat verschiedene für die wald. Geschichte wichtige Schriften verfaßt uub herausgegeben. Ausführlicher wird die wald. Ge ­ lehrtengeschichte über ihn berichten. 8. Heinrich Rüsel war zu Eorbach wahrscheinlich 1559 geboren. Der Vornahme seines Vaters ist nicht bekannt, seine Mntter hieß Elsa. Er veweilte unter dem Rector Gockel 4 Jahre auf der Schule zu Cassel, besonders um sich in Logik und den beiden alten Sprachen Kenntnisse anzueigtten (Weber, Gesch. der gel. Schule zu Cassel S. 32 Akg. 161). Dann besuchte er eine Zeitlang unter Schöner die Schule zu Eorbach, namentlich um sich noch in der Mathematik zu vervollkommnen. Im I. 1585 begab er sich nach Marburg unb ftudirte hier Jurisprudenz uub zugleich Philosophie. Da aber die Pest damals dort ausbrach und die Mittel der Mutter zu beschrärtkt waren, begab er sich nach Cor- bach zurück und bewarb sich 1585 als „liberalis iiteraturae Stu ­ diosus“ bei Schöner um die Stelle des Michaelis abgegangenen Lehrers der 7. Classe PH. Molitor. Da sie ihm jedoch nicht zu