187 Pfarrer I. Hefenträger zu Wildungen feine Ansicht über wieder- täuferische und chiliastische Ansicht dem Oberamtmann Rückersfelder zu Waldeck mit und noch 1621 schloß er einen Brief: Hiermit Gott befohlen, der uns und unsere Zuhörer für solchen vorwitzigen unnützen Träumen gnädig behüten und alles Unglück von uns ab ­ wenden wolle! Im I. 1622 kam am Montag nach Trin. der Visitator Zisenheim aus Landau und der Superint. Jerem. Nicolai mit dem Hofprediger Hofmann und dem Pastor zu Waldeck Meliturgus zu einer Conferenz zusammen und beredeten sich über die Art und Weise, wie den Bestrebungen der Enthusi ­ asten, die Gemahlin des Grafen Christian für sich einzunehmen, entgegenzutreten sei. Den 6. p. Trin. erhielt Jerem. Nicolai vom Grafen Wolrad den Auftrag, nach Schloß Waldeck zu reisen und den Hofprediger mit der Gräfin auszusöhnen, auch über einige Meinungen der Fanatiker, von denen sie bethört sei, mit ihr zu sprechen. Den 7. p. Trin. versöhnten sie den Hofprediger mit der Gräfin und ermahnten dieselbe, daß sie sich von den neuen Pelagianern und Chiliasten, denen sie beizustimmen schien, in Acht nehmen möchte; „denn die Enthusiastischen und Weigelianischen Schleicher heimlich bei Ihr einkehren und ihre Oonventus haben." Bei der Antwort mißbilligte zwar die Gräfin die Vollkommen ­ heit (perkeetionew) der Anabaptisten und den Chiliasmus nicht, behauptete aber, daß sie denselben nicht folge. Im I. 1623 richtete der Superint. I. Nicolai an die Grafen Wolrad und Christian einen Brief, in welchem er sie ermahnte, standhaft bei der wahren Religion zu verharren und die fanatischen Leute zu meiden und die revidirte wald. Kirchenordnung herauszugeben. In demselben Jahre wurde auf der Nach-Synode zu Corbach, die u. a. voni Superint. und 3 Visitatoren besucht war, mit dem Hofprediger Hofmann darüber berathen, in welcher Weise die Grafen und insbesondere Graf Christian von den Fanatikern ab ­ zumahnen sei, welche die wald. Gräfin mit ihren Töchtern und selbst den Grafen Christian verdürben und ansteckten. Es wurde beschlossen, der Superint. I. Nicolai und der Visitator Zisenheim sollten zunächst dem Grafen Wolrad zu Arolsen, dann dem Grafen Christian zu Waldeck ihre Aufwartung machen und sie mit den