Vorwort. Der tausendsten Wiederkehr des Jahres, in welchem der Stadt Cassel zum ersten Male gedacht wird, durch die Herausgabe einer Geschichte dieser Stadt festliche Bedeutung zu verleihen, war ein Beschluß der hiesigen städtischen Körperschaften, der gewiß hohe Anerkennung verdient. Daß sie die Ab ­ fassung des Werkes mir übertrugen, gereicht mir zur besonderen Ehre und verpflichtet mich den Vertretern der Stadt zu lebhaftem Danke! Ich habe mit großer Oebe an dieser Stadtgeschichte, die zu schreiben seit Jahren mein Wunsch und Wille war, gearbeitet. Nun ist es mir doppelte Freude, sie bei dieser einzig-festlichen Gelegenheit der mir so lieben Bürgerschaft meiner zwei ­ ten Uaterstadt darbringen.zu dürfen. Hätte ich mir auch jetzt gerade ein wenig mehr Mutze und Freiheit von beruflicher Arbeit, von welcher mir die beiden letzten Jahre ein überreiches Matz gebracht haben, gewünscht, so standen mir doch zum Glück reiche Stoff ­ sammlungen und mannigfache Vorarbeiten, sowie eine — ich darf wohl sagen — ausreichende Bekanntschaft mit der Geschichte der Stadt, deren Archiv ich seit 1885 geordnet habe, zu Gebote. Daß innerhalb des Rahmens einer Festschrift, auch wenn deren ur ­ sprünglich vorgesehene Bogenzahl um ein Erkleckliches überschritten wurde, die Geschichte eines Gemeinwesens von dem Alter und der Bedeutung der Stadt Cassel erschöpfend geschrieben werde, ist nicht wohl zu verlangen. Doch auch abgesehen davon würde es mich nicht sonderlich anfechten, wenn der eine diese, der andere jene Einzelheit vermitzt. Denn ebensowenig wie der Maler möchte ich dem Photographen gleichen, dessen Platte alles, Kleines und Grotzes, unvermeidlich wiedergibt. Daß die allgemeine Geschichte des Bandes bei der Geschichte der Hauptstadt mehr berücksichtigt werden muß als bei anderen Stadtgeschichten, liegt in der Tlatur der Dinge, da die Geschicke beider sich gegenseitig in ganz anderem Maße beeinflussen und aufeinander zurückwirken, als dies bei einer Landstadt der Fall ist. Es war oft nicht leicht, hier die richtige Grenze zu finden. Das Ziel, das ich zu erreichen bestrebt gewesen bin, war das, III