352 Fritz. Nun, wird nicht bald ein ordentliches Gefecht mit dem ganzen Corps, und nicht blos mit einzelnen Pa ­ trouillen angefangen werden? Heinrich. Es wäre wohl dazu gekommen, aber auf einmal trat der Waffenstillstand ein. Nun ward mein Bruder abgerufen, um endlich sich zum Lützow'schen Corps zu begeben. Er zog sich, nachdem er 3 Wochen im Rücken des Feindes ganz unabhängig gewirthschastet hatte, zur preußischen Armee, welche zuerst bei Reichenbach, dann bei Strehlen stand. Erst jetzt bekam er eine förmliche Marschroute für sein kleines Corps, und erfuhr, wo Lützow stand. Er hatte dorthin den ungeheuren Marsch bei Breslau vorbei über Rawicz, Fraustadt, Züllichau, Frank ­ furt und Berlin nach Nauen zu machen. Während die andern den Waffenstillstand zu ihrer Ausbildung benutzen konnten, mußte er beständig marschiren, den Kriegscommissär und den Feldwebel machen. In Nauen endlich ward die Compagnie meines Bruders dem Corps einverleibt, und die Eskadron kam nach. Es waren im Ganzen gegen 300 Mann mit 7 Ofsicieren, die alle vom König bestätigt worden sind. Wilhelm. Nun konnte dein Bruder doch endlich ausruhen. Heinrich. Daran war nicht zu denken. Nun mußte tüchtig exercirt werden, darauf freute sich auch mein Bruder. Allein dies dauerte nur 7 Tage, und da kann man nicht viel lernen. Der Waffenstillstand ging zu Ende, das Corps brach auf und zog nach Mecklenburg. In Lauenburg stand er 2 Tage, als die Franzosen an ­ rückten. Allein der brave Lützow hatte seine Maßregeln so gut genommen, daß 2 schwache Bataillons mehrere