350 Heinrich. Zum Glück fand mein Bruder hier den ersten Ofsicier vom Lützow'schen Corps, der ihm von dem General v. Scharnhorst den Befehl brachte, nach Schweid ­ nitz in Schlesien sich zurückzuziehen, jedoch auf's langsamste, um unterwegs noch seine Compagnie weiter zu vervoll ­ ständigen. So war er wieder von allem Schutz und Rath abgeschnitten, und sich selbst überlassen, was um so schlimmer war; da er vom Mklitairdienst noch wenig verstand, und nicht einmal einen einzigen preußischen Unterofficker hatte. Auch hatte er zu seiner Hülfe Ofsi- ciere nöthig gehabt; da er bereits gegen 200 Mann zusammen hatte. Fritz. Wie half er sich denn? Heinrich. Meist dadurch, daß ihm die Leute sehr gut waren; außerdem hatte er noch ein paar gute öster ­ reichische Unterofficiere angeworben, die er gut bezahlen mußte. So kam er nach dem schlesischen Gebirge, wo durchaus kein preußisches Militair stand; indem die Franzosen schon bis Liegnitz vorgedrungen waren. Carl. Aber da hätte ja dein Bruder leicht gefangen werden können? Heinrich. Ei freilich, aber er glaubte sich im schlesischen Gebirge so lange als möglich halten zu müssen, um den Franzosen die dortigen Hülfsquellen nicht zukommen zu lassen. Zum Glück fanden sich einige Höllische Stu ­ denten bei meinem Bruder ein; diese ernannte er vorläufig zu Ofsicieren, bis sie der König bestätigen konnte. Mein Bruder setzte sich in der Gegend der Schneekuppe fest, kaufte Pulver aus Böhmen, und erhielt auch welches von der sehr gutgesinnten Stadt Landshut, stellte seine Feld ­ wachen aus, ließ Uniformen machen und exerziren; hatte