I83 Augenblick an äußerst willig und brav. Bel jedem Trom ­ melschlage waren sie — oft nur mit Einem Schuh oder Strumpf an den Beinen — die Ersten auf dem Sam ­ melplätze. Um nun so brave Leute in ihrer Noth zu unterstützen, so weiß Gott, daß ich an meinem Theil gethan habe, was nur möglich war. Ein Tonncnkeffel mit Kartoffeln und anderem Gemüse kam bei mir nie vom Feuer, und die bereitete Speise ward ihnen hinausgefahren. Oftmals habe ich den ganzen Fleischscharren und alle Bäckerladen auskaufen lassen; oftmals bin ich Haus bei Haus gegan ­ gen, und habe gebeten, daß für meine Schill'schen Kinder in der Maikuhle zugekocht werden möchte. In der That betrachteten sie mich auch als ihren Vater und nannten mich ihren Brot- und Trankspender,-.und wenn ich mich in der Nahe der Lagerposten zeigte, ward ich gewöhnlich mit kriegerischer Musik empfangen. Nicht selten trabte ich, wenn sie zu irgend einem Angriff in's Freie hinaus ­ rückten, auf meinem Pferdchen neben ihnen her und suchte ihnen getrosten Muth einzusprechen; oder ich stimmte, ob ich gleich nicht von sangreicher Natur bin, das Liedchen an: „Halt't euch wohl, ihr preuß'schen Brüder!" — wobei Alle lustig und guter Dinge wurden. Auch wußten sie, daß, wenn es Verwundete oder sonst ein Unglück geben sollte, ihr alter Freund schon in der Nahe zu finden sein würde. Jede Art von Ermunterung war aber auch für diese braven Truppen um so nothwendiger, da sie in diesem Zeitraume der Belagerung die schwerste Last derselben fast allein zu tragen hatten: denn schon vom April an hatten die Franzosen tägliche und immer ernstlichere Un-