223 Autorität war glücklich gemacht. Sobald ich mich dem ­ nach ein wenig erholt hatte, zog ich abermals die Schelle, und ließ nunmehr auch den Koch vor mich fordern. Auch dieser erhielt seine Strafe; dann trat ich mit gezognem Sabel Unter das Schiffsvolk, und hielt ihnen eine ernstliche Strafpredigt, mit dem Versprechen, für ihre Bestrafung zu sorgen, sobald wir an das Land kom- * men würden. So kam ich glücklich nach dem Kattegat. Ferdinand. Richtig! da hat sich unser guter Vater Nettelbeck herrlich aus der Gefangenschaft erlöst. Nettelbeck. Ihr seht, wer seine gerechte Sache hat, kann immer etwas wagen, und der auf unrechten Wegen ist, ist gewöhnlich feige. Charlot. Nun ging's doch wieder gut? Nettelbeck. Ach nein! Zn der Nacht vom 2. zum 5. September überfiel mich ein dermaßen schrecklicher Sturm aus Nordosten, wie ich ihn kaum jemals erlebt habe, und wie er in dieser beengten Meeresgegend ver ­ doppelte Gefahr drohte. Am Abend vorher zählte ich in meinem Gesichtskreise, auf etwa 2 Meilen umher, nicht weniger als 42 Segel, die gleich mir nach dem Sunde steuerten. Der Sturm verstärkte sich aber von Stunde zu Stunde; so daß ich endlich keinen einzigen Lappen Segel führen konnte und mit jeder Woge fürchten mußte, auf eine blinde Klippe zu stoßen, welche hier meilenweit vom Lande zu Hunderten umhergesäet sind. Doch Gott erhielt uns wunderbarlich; des nächsten Morgens aber waren von jenen 42 Schiffen nah und fern nicht mehr als 14 zu erblicken; und gewiß ging der größte Theil der fehlenden in dieser entsetzlichen Nacht zu Grunde.