147 Graupen u. s. w. unbrauchbar: denn mit Seewasser ge ­ kocht (wie wir es versuchten^, blieben sie so hart, und waren zugleich von so bitterm Geschmack, daß sie stets wie das heftigste Brechmittel wirkten. Eben so wenig konnten wir unser Pökelfleisch ungewassert kochen und verzehren, ohne unsern grausamen Durst noch zu steigern; und selbst unsern trocknen Zwieback vermochten wir unauf- gewekcht nicht durch den ausgedörrten Hals zu würgen. In der That aber war es mit der Noth bei uns schier auf das Höchste gestiegen, als wir in der Ferne ein Segel ansichtig wurden, und um so freudiger darauf los ­ steuerten, da wir es bald für ein holländisches erkannten. Wir klagten dem Kapitän unser Elend, und baten um Abhülfe; erhielten aber den schlechten Trost, daß es ihm selbst an frischem Wasser fehle, doch wolle er unserm dringendsten Bedürfniß abhelfen; und so schickte er uns wirklich ein Faßchen, das vielleicht einen halben Anker halten mochte, herüber. Mit einer Begierde, die keine Beschreibung zulaßt, setzte ich sofort das Gefäß an den Mund; und so wohl ward mir dabei, daß ich fortgetrunken haben würde, bis ich auf der Stelle den Tod davon gehabt, wenn meine Leute, eben so ungeduldig nach dem Genuß dieses Labsals, es mir nicht von den durstigen Lippen weggerissen hatten. Als nun aber auch einer nach dem andern sich gütlich gethan, war das Wasser schier alle geworden. Die Leute, welche es uns in ihrer Schaluppe gebracht hatten, und Zeugen von diesem Auftritte waren, konnten des Erstau ­ nens über unsre ausgedörrten Kehlen und unser Elend kein Ende finden. Um so williger erfüllten sie meine Bitte, ihren Kapitän in meinem Namen um noch einigen Vor-