128 Deckel von einer Seitenbank empor, und fand den Sitz angefüllt mit Weinflaschen, die sorgsam in Stroh gepackt waren. In einer Schieblade, die ich öffnete, siel mir ein starkes Pack Briefe in die Hände, deren Aufschriften sämmtlich nach Port au Prince, Martinique, Guadeloupe und andern französischen Inseln lauteten. Für den Au ­ genblick aber ward meine volle Aufmerksamkeit von einer Luke angezogen, die sich in der Mitte des Fußbodens der Kajüte vorfand und angelweit offen stand. „Hier wird es doch der Mühe werth sein, hinunter zu steigen," sagte ich zu meinen Leuten; „wär' es auch nur, um zu erfah ­ ren, womit das Schiff geladen sein mag." — Zu gleicher Zeit ließ ich mich an den Handen hinab, ohne jedoch mit den Füßen Grund zu erreichen. „Nun, es wird ja so tief nicht mehr sein!" dacht ich bei mir selbst, ließ oben fahren und purzelte auf einen Haufen, den ich alsbald für Steinkohlen erkannte. Indem ich über dies unbequeme Lager hinüber kroch, gerieth ich, bald hier, bald dort im Dunkeln umher tap ­ pend, an Fässer, Ballen und Packen in Bastmatten gehüllt, ' die mich auf eine vermischte Ladung schließen ließen. Un ­ willkürlich stieg mir bei dieser irren Beschäftigung auch die Befürchtung zu Kopf, daß in diesem Chaos auch wohl ' Menschen stecken und mir auf den Dienst lauern könnten. Schon war mir's, als ob sie mir überall auf dem Nacken saßen; als würde bei jedem nächsten Tritte eine grimmige Faust mich anpacken. Vergeblich sträubte sich mein Muth und suchte diesen feigherzigen Gedanken abzuschütteln. Mich ergriff ein Zittern, das mich mit einer Gänsehaut überlief, und wohl oder übel wieder nach dem Tageslichte zurück-