67 ohne eine einzige Kanone abzufeuern, oder mit dem Schiffshauer dareinzuschlagen. Nette!deck. Ich merke, ich kann es gar nicht mehr recht machen. Dem Ferdinand hatte ich gegen die Kaper zu viel Muth, und jetzt hätte ich gegen ein Kriegsschiff mit 12 Kanonen mit meinen zwei elenden Sechspfündnern mich wehren sollen. Nein, Kinder, das ging nicht, wir berechneten unsere Kräfte, und duldeten schweigend. Die gesummte Mannschaft wurde nach Portsmouth aufgebracht. Unser Prozeß, ob recht oder unrecht, kam zu einer kurzen Entscheidung: denn da man für gut fand, in unserer Fracht französisches Eigenthum zu wittern, so wurden Schiff und Ladung condemnirt, die Mannschaft aber mit der ausgezahlten Gage von Einem Monat abgefunden. Noch verdrießlicher aber war uns die Schwierigkeit, welche wir fanden, England zu verlassen. Unter diesen Umständen blieb mir nichts übrig, als Dienste auf einem englischen Schiffe zu nehmen. So kam ich, mit Anfang des Juli, nach Danzig, wo ich sofort an meine Eltern nach Colberg schrieb und ihnen meine Lage schilderte. Dies hatte die für mich sehr überraschende Folge, daß meine gute Mutter persönlich mit der Post nach Danzig kam, sich hinter den preußischen Residenten steckte und durch diesen es mit leichter Mühe dahin brachte, daß ich, als preußischer, und also Unterthan einer befreundeten Macht, von dem englischen Schiffe entlassen wurde. Unmittelbar darauf ging ich mit meiner gütigen Befreierin nach unserer Vaterstadt ab. Hier wollen wir wieder ausruhen, ich freuete mich, wieder im Kreise der Mei- nigen angekommen zu sein, und damit gute Nacht für heute!