Zweiter Abend. zum nächsten Mittwoch, wo der alte Nettelbcck seine Erzählung fortsetzen sollte, hatten seine auserwahlten Zuhörer nichts Angelegentlicheres zu thun, als ihren Freun ­ den und Schulkameraden mitzutheilen, was sie bisher von : den Schicksalen ihres alten Freundes gehört hatten. Freilich tadelten ihn alle sehr, daß er ein so wilder , und leichtsinniger Knabe gewesen war. Doch nahmen ihn i die meisten in Schutz, weil er sich nachher gebessert hatte, und sie sagten einstimmig: es muß doch ein tüchtiger Junge gewesen sein, daß er sein Liebstes, seine Tauben, aufopfern konnte, um etwas Rechtes zu lernen, so wollen wir es auch machen, wenn es nöthig ist. Endlich hatten sich alle wieder bei Vater Nettelbcck eingefunden, welcher forrfuhr: Still und vorsichtig kam ich auf das mir ausgewählte Schiff, indem ich mein kleines Fahrzeug mit dem Fuße zurückstieß und es treibend seinem Schicksal überließ. Bald aber sammelte- sich das ganze Schiffsvolk (es waren deren 84 Köpfe, wie ich nachmals erfuhr) verwundert um mich her. Jeder wollte wissen, woher ich käme? wer ich I wäre? was ich wollte? Statt aller Antwort — Und was hatt' ich sagen können? — fing ich an, erbärmlich zu weinen. Der alte Nettelbekk. 3