=95 *= •«©• 160 €<>- kung gerieth. Sie beschlossen sofort diese Geschichte aus ­ zubeuten, den Melbus mit Ziska zusammen zu bringen und im Stillen die Leiden des Unglücklichen zu beobachten, denn darüber waren Alle, selbst Hakert, einig, daß Franziska den Melbus umbringen würde, wie sie den Referendarius geopfert. Es war etwas Dämonisches j in diesem Mädchen. Jung und schön wurde sie viel geliebt, aber ihr Herz war todt für die Liebe. Darinnen saß nur der Stolz und die Eitelkeit und es gefiel ihr, wenn die jungen Männer ihr glühende Liebe schworen, darüber lachen zu können. (Schluß folgt.) Prolog zur „Geburtstagsfeier Kr. Mäzestät des deutschen Kaisers" von Wilhelm Ben necke, gesprochen im hiesigen Theater von dem Königlichen Schauspieler, Herrn O st e n. Verklungen sind die Kriegstrompeten, Die Schlachtendonner sind verrollt, Und über Saaten, die zertreten, Strahlt einer Friedenssonne Gold. Es ist der Lenz, des Krieges Ende, Ein Völkerfrühling steigt empor; — Er gibt zurück in reicher Spende, Was man in Winterszeit verlor. Frei blickt der Handel in die Ferne, Der Landmann baut in Ruh sein Feld, Der Künste schwerverhüllte Sterne, Sie leuchten freudig durch die Welt; Ein Drängen thut sich kund, ein Streben, Es fühlt sich sicher jede Brust, Es keimt empor ein neues Leben, In ungetrübter Maienlust. Und diesen Frühling, Herr, wir danken Ihn Dir, dem kriegerischen Held, Der ohne Zaudern, ohne Wanken, Die Wage eines Welttheils hält, Der vorwärts schreitend, Riesenplane Verwirklicht hat in kurzer Frist Und, wie dereinst sein großer Ahne, Die Welt mit einem Schwerte mißt. Wir danken Dir, o Herr, daß heute, An Deines Fest's erhab'nem Tag, Der Trommelwirbel nur zur Freude . Und nicht zum Sturme dienen mag, Wir danken, daß die Kriegsgeschütze Beendigt ihr zerstörend Amt Und daß durch ihre Feuerblitze Zum Jubel wird das Volk entflammt. Du hast mit starker Hand gegeben Deutschland von Neuem Straßburgs Dom, Du hast beschirmt das deutsche Leben In Deines Reiches schönstem Strom; — Du zogst, o Herr, für alle Zeiten Die Grenze zwischen Recht und Trug, Mit Deinem Schwerte, dem geweihten, Das mächtig zwei Cäsaren schlug. Du hast Dein Volk in heißen Schlachten Geführt zu ehrenvollem Sieg, Der stolze Fremde lernte achten Die deutsche Kraft in diesem Krieg. Die deutsche Zwietracht ging verloren Auf Frankreichs blutgedüngtem Feld, Die Eintracht ward im Krieg geboren, Und es erstaunte rings die Welt. Führ' nun Dein Volk zu jener Größe, Die sich in Beidem groß erweist, Ob Du in blut'gem Kriegsgetöse, Ob Du in Frieden handeln heißt; Auf daß ein Muster allen Landen Dasteh' das heil'ge, deutsche Reich, In dem als Kaiser Du erstanden, Du, dem kein and'rer Herrscher gleich. — Und kommen wird die heil'ge Stunde, Wo es wie Engelsruf erschallt, Daß von den Alpen bis zum Sunde Ein einzig deutsches Banner wallt, Daß sie zerrissen sind die Ketten, Die Nord und Süden einst getrennt, Und daß an allen deutschen Stätten Man nur e i n Vaterland erkennt! Zum deutschen Kaiser ausgerufen, Vereine Deutschlands ganze Macht, Damit an Deines Thrones Stufen Ein steter Bürgersrieden wacht — Und Du, o Herr, der ihn gegründet, Beglückt seist in der höchsten Pflicht, Mehrer des Reichs, wie Du verkündet, Allzeit in Frieden, Freiheit, Licht! M>» Berichtigung von Druckfehlern. »W» „Melbus." Seite 149, erste Spalte, 14. Zeile von oben, statt: „unersetzlichen" unsäglichen; 17. Zeile von oben, statt: „Jugend" Tugend; 18. Zeile von oben, statt: „demnach" dennoch; 5. Zeile von unten, statt: „mächtigen" nächtigen. Seite 150, erste Spalte, 12. Zeile von unten, statt: „dünnn" dünn; zweite Spalte, 8. Zeile von oben, statt: „Aera" Asra; 20. Zeile von unten, statt: „Kunstmaler" die Kunst mal. Nachdruck und Uebersebungsrecht vorbehalten. Herausgeber: E. Landsiedel und L. Mohr. — Druck von C. Landsiedel in Cassel. — Expedition: Steinweg Nr. 24. Verlag der L u ck h a r d t'schen Buchhandlung (Fr. Luckhardt) in Cassel.