12 Wir ordnen uns und ziehn im Schritt durchs Dorf. — Im Dorf liegt alles dunkel und still. Die Lampenlichter in den Stuben lassen von uns bi ­ zarre Schattengestalten die Wände entlanggleiien. Der Tritt hallt klappernd durch die Gassen. Jemand öffnet die Tür und schaut nach drau ­ ßen: Unerhört? Wer zieht da am Abend so spät noch durchs Dorf? Und noch am Samstag abend, wenn der Pfarrer längst sein Kirchlein zugeschlos ­ sen und frischer, weißer Sand zum Sonntag schon die Dielen schmückt! Die Buben aber und Mädel, die an den Gassen stehen und plaudern, tuscheln heimlich uns was nach wie „Wandervögel! — Wandervögel!" „Die Helle Laterne da vorne muß das Wirts ­ haus sein?" Im Lichtkegel steht erwartungsvoll der Wirt; hinter ihm ein paar Fuhrleute. Mit bleischweren Tritten stolpern die müden, verstaubten Jungen ins Wirtszimmer; Rucksäcke, Kocher, Beilpicken und Feldflaschen fliegen auf einen Haufen, dann werfen sich die Jungen auf die Holzbänke. Die Gäste da drüben lassen die schmutzigen Solokarten liegen, paffen wortlos ihr Kraut in die Luft und tuscheln miteinander, uns neugierig musternd. — Als wir noch spät gemütlich beisammen saßen, schlich still und heimlich ein winziges, grämliches Männlein an unsern Tisch, huschte wie ein Schat ­