70 Hora; 's ^ Auch Hydra kam so bald Nicht wieder zur Gewalh % Und hielte sich an seines Halses Wunden. Mir baucht, wenn man ihn ja einer Nachläßigkeit beschuldigen wollte, müßte man es in seiner unor ­ dentlichen Haushaltung suchen, * die er mit vielen Unglücken angefüllt, selbst erzählet; nicht aber in seinen Gedichten, darin er einen jedweden ihm durch den Kopf streichenden Gedanken so begierig erwischt, und nach Befindung so sorgfältig zu ra ­ the hält, daß es scheinet, daß er um einen einzigen neuen Einfall gut anzubringen, das erste das beste Stück aus seiner Hauswirthschast dafür willig würde aufgeopfert haben. Hiernachst nimmt er in seinen Oden und Ero- den alle Gründe, die bey einer Materie nur im ­ mermehr vorkommen können, zusammen, und jede Zweifel, die nur dagegen aufgeworfen werden mögten, hebt er auf eine so geschickte Art, daß sei ­ nem Leser eher die Stärke des Nachsinnens, als die Lust, wenn sie einmal angestammet ist, fortzu ­ fahren, entstehet. Dieses Talent war es, was den großmüthigen Kaiser August ( welcher Gönner für einen armen Dichter!) bewog, ihn so gerne um sich zu leiden, daß er mit ihm allerhand Scherze trieb, ihn sein artig Männgen, ** so wie Mäcen ihn seinen Ge ­ liebten hieße; *** auch, wenn ein hohes Fest, und das von sonderbarer Feyer war, einfiele, ihm vor- züg- * L t 2. Epist. i. v. I2i* Sueton, in vita Horatii. ** homuncio lepidissimus, *** L. 2. Od, 20. v. 7»