44 trennt, um auf dem schwankenden Rücken mächtiger »«»gezähmter Elefanten ­ leiber über Land durch Dick und Dünn zu reisen. Meine Herren, wir seebefahrenen Leute begreifen sehr wohl die Gefahren, die eine solche Landreise bietet, besonders hier in Indien, wo es gewissermaßen quer ­ durch die Dschungels geht. Änd darum, meine Damen und Herren, stoßen Sie mit mir an auf das Wohl unseres Herrn Doktor Justus Erich, damit er immer unserm guten Schiff Hammonia treu bleibe. Er lebe hoch!" Fröhlich ließen sie die Gläser erklingen, wobei Frau Kapitän Pennau die Kuchenschnitte herumreichte. Justus dankte dem Redner für die schöne»» Worte. Dieser »var sehr rot geworden, er freute sich im Stillen, jetzt seiner Repräseiltationspflichten enthoben zu sein. Nachdem man noch ein Viertelstündchen geplaudert und der Kapitän berichtet hatte, daß an Bord alles wohl und nichts Besonderes vor ­ gekommen sei, entfernten sich die Leute. Justus freute sich, ein gutes Bad nehmen »lnd sich gründlich uinkleiden zu können, dann sah er die auf seinem Schreibtisch liegende Korresponde»»z und die eingelaufenen Zeitungen durch. Er fand auch eine schon einige Tage alte Karte von Mr. Tree vor, der ihn bat, sobald er könne, ins Continental-Hotel zu kommen, er tvürde sich freuen, den Herrn Doktor wiederzusehen, von dessen naher Rückkunft ihm sein Kapitän erzählt hätte. Am Vormittag des nächsten Tages begab sich Justus in das be ­ zeichnete Hotel. Zn einem der innern schattigen Säulengänge, die den Los umschlossen, hatte Justus an einem Marmortischchen Platz genorninen, er freute sich über die vielen in Kübeln üppig »vachsenden »»nd blühenden tropischen Pflanze»», an de»»» sprudelnden Springbrunnen, der in der Mitte des Loses »venigstens eine behagliche Kühle vortäuschte, an der vornehmen Ruhe, die über den» Ganzen lag. Bei dein devot vor ih»n stehenden, in schneeweiße Baumwolle gekleideten Kellner, eine»»» braunen jungen Inder, bestellte er aufs Geratewohl eine Flasche Pilsener, die ihm in welligen Augenblicken eisgekühlt vorgesetzt »vurde. Das Bier »var immerhin trink ­ bar, »venn es auch einen deutschen Zechbruder im lieben Vaterland trotz seiner Frische etlvas fremdartig angemutet hätte, denn ohne Salizyl- und Alkoholzusatz halten sich die Flaschenbiere in den Tropen nicht. Ein höherer Hotelbeamter trat mit einem Brief an Justus heran, er fragte, ob der Sahib der Mr. Doktor Erich aus Hamburg wäre. „Jawohl!" Diesen Brief hatte Mr. Tree nebst einem freundlichen Gruß heute früh für ihn abgegeben. Justus las: „Bin leider verhindert, mit Ihnen einen Whisk») zu nehmen. Muß helfen, Vorbereitungen zur Totenfeier Eduard VII. zu treffen. Erlvarte Sie abends neun Ahr in englischer Kirche. Reverend spricht großartig. Gruß, Tree." Run war Justus gerade kein sonderlicher Verehrer Eduards gewesen, über dessen Einkreisungspolitik in» Ausland »nanche hämische, Deutschland herabsetzende Bemerkung gemacht »vorden war, trotzdem »vollte er vielleicht hingehen, obgleich auch die salbungsvollen Predigten der Herren Reverends nicht nach seinem Geschrnack »varen. Justus mußte über den drolligen Mr. Tree lächeln. Das Whisky- und Religionsbedürfnis lagen in seinem Hirn recht nahe beieinander, wie er das bei Engländern übrigens schon oft »vahrgenommen hatte, in» Gegensatz zu»»» deutschen Weser», tvo der