— 69 — künstlerisch© Einfälle »wenn mit <hr tfberraschungswirkungen erzielt werden sollen . Während des Krieges und auch in der Nachkriegszeit wurden auch häu ­ fig Festspielvorstellungen mit prominenten Gästen veranstaltet . I#ei solchen ^elegenheiten sah und hörte man berühmte Bühnenkünstler, die in früheren Jahren Kassel kaum berührten. Einen ganz besonders starken Eindruck hinterliess bei mir das Gastspiel des ^ariton For- sell's als Don Juan,dessen hervorragende ^eistung nicht nur stark an diejenige DJAndrade f -s erinnerte,sondern durchaus an sie hersn- reichte . Die Pestspielaufführungen der «Jahre 1919 ,192o und 1922 sind mir ganz besonders in Erinnerung geblieben . Im Jahre 1919 wäre] es mustergültige Aufführungen von Tristan und Isolde ,Fidelio ,Rosen kavalier und Meistersinger ,im Jahre 192o bildete Wagner*s Ring der" Nibelungen den ^ern der Fettaufführungen . Rheingold und Walküre un ­ ter Dr Zulauf »Siegfried und Götterdämmerung unter der temperament ­ vollen und stets geistvollen Stabführung von Robert Laugs .Neben den Kasselern Künstlern Windgassen (Siegmund ) und Wuzel (Günther ) waren bei den Aufführungen die damals besten deutschen Vertreter für die tragenden Partien tätig . M elanie Kurt (die -örünhilden ) Braun (Wotan und Wanderer )Vogelstrom (Siegfried )Hensel (Loge ) Ä arin BranzellvPricka ) Seydel ( Mime ) ^ador (Alberich) Giess (He ­ gen ) . In den Festspielen 1922 waren-ebenfalls wieder die prominent testenx deutschen Künstler für den von Dr Zulauf betreuten Pareival und für die Meistersinger wie P'ristan und Isolde »die Robert Laugs anvertraut waren »herangezogen worden .Ritter (Parsival Tristan ) flsschk« (Hans Sachs »Kurvenal ) Melanie Kurt (Kundry) Bertha Morena (Isolde ) Robert Burg (Amfortas ) -^raun fgurnemanz »Pogner ^arke) Elisabeth Äethberg (Eva) Karin Branzell (Brangäne)Robert Hutt (Wal- ter Stolzing ) Josef Geis (^eckmesser ) . Auch in späteren ^ahren wiederholten sich ständig diese sommerlichen Testspiele . Unter dem Regime Sieg »der begreiflicherweise sich mehr f$r das Schauspiel einsetzte »fand aber dessenungeachtet die Oper »die durch laugs und Zulauf betreut wurde »keine v ernachläß3igung »ja bei der temperamentvollen und durchgeistigten Interpretation »die die gros ­ sen Wagner ’schen Musikdramen unter der Laugs'schen Stabführung er ­ fuhren »konnte man manche eindrucksvolle Aufführung grossen Stils erleben . Um das ^ahr« 1925 schied der Intendant kalter>Sieg wieder aus und mit ihm trat auch Pape »der als Schauspieldir^ctor an das Münchener Staatstheater ging »aus dem ^erbende der Kasseler Bühne . Nun sollte nach den Absichten der maßgebenden berliner Stellen für das Kasseler Theater eine neue verheissungsvolle Aera beginnen »denn für den In ­ tendantenposten hatte man einen Mann ausersehen »der als geistvoller Musikschriftsteller in Deutschland einen gro$sei| Ruf genöes. Es war Faul Belker »dem man noch als musikalischen/reirat den überaus be ­ gabten »jugendlichen Komponisten Krenek bergab. Wie man auf der ei ­ nen Seite an die Berufung -^ekker*sV die grössten Erwartungen knüpfte wurden angesichts der Tatsache »dass Bekker jede Bühnenpraxis fehl ­ te »bald auf der anderen Seite Bedenken lautJ Paul\Bekker selbst , dem auch daran gelegen^war »das Schauspiel neu zu beleben »verpflicht täte bald nach seiner Berufung als Intendant für das Schauspiel den" Regisseur Johannes Traiow eis Spielleiter . Auch el& Dichter und geistvoller Journalist ging Tralow ein guter R\if fcoräms # Ein Expe ­ riment blieb die Berufifing Bekker*s auf alle F|Üe »aber auch seine ärgsten Gegner ,an denen es ihm sicherlich nicht, gefehlt haben mag , zumal er auch als ijWsch nicht immer Sympathien^ a^u erringen verstand, werden kaum leugnen" können,dass doch unter seineij Aegide ein frisch©] Windzug in den Musentempel am Friedrichsplatze hineinwehte .Zweifel-