29 — eine respectable Höhe seiner künstlerischen Leistungen einhielt ,war dho doch die Glanzperiode des Theaters während des vergangenen Jahrzehntes - wie man allgemein empfand - entgültig vorüber . Das Personal wechsel ­ te häufig . Kassel wurde eine sogenannte Sprungbrettbühne für aufstreben- de verheissungsvolle Talente ,die aber immer wieder nach kurzer Tätig ­ keit Kassel ,verlie3sen .Auch berühmte Gäste kamen nun auch seltener nach Ka s s e 1 . Am 16 April 1834 erlebte man in Kassel die Erstaufführung von Goethe*s Paustfund im Jahre 1838 wurde Spohr’s Oper Paust zu Wien uraufgeführt . Nach einander kamen auch in Kassel die grossen Opernschöpfungen der Italiener ,Franzosen und Deutschen »die in jenen Jahrzehnten entstanden zur Aufführung ,im Jahre 1836 Halevy’s Jüdin ,Auber*s die Stumme von Portici »Bellini’s die Puritaner . Im selben Jahre trat auch der Tenor Johann Derska »ein Böhme , in das Kasseler Ensemble »dem er ziemlich ■ j lange - etwa 12 Jahre - angehören sollte ,ein . Diesem Sänger voristatt- licher Figur wurde eine Stimme von seltenem Wohlklang nachgesagt . Da ­ bei war seine Darstellung bravurös .Andere x enöre’,die spä ter am Theater wirkten ,waren Sontheim und Schloss,ersteret ein wahrer Stimmatl t, nur als Saisongast . Als jFrimadonnerijwaren inden 3o er und 4o er Jahren Emi ­ lie Walter und Louise Meyer tätig »die letztere später unter dem Namen ^eyer - Dustmannisehr berühmt geworden als sie an der Wiener Hofoper wirk te . Im Jahre 18*39 trat als Bariton Bieberhofer sein Engagement an , des- den Don Juan als eine Glanzleistung gerühmt wurde . Der Initiative Spohp_ war es in erster Linie zu danken ,dass die überhaupt zweite Aufführung des Fliegenden Holländer von Richard Wagner unter Spohr’s B e j_tungg am 5 Juni 1843 in Kassel stattfand . Dieselbe soll so hervorragend gewesen sein (Bieberhofer sang den Holländer ) ,dass Wagner später die Kasseler Eimichtung dem Hoftheater in 'Weimar empfehlen konnte . Für jene Zeit, wo der Bühnenapparat noch nicht solche technischen Wunderdinge ,wie es heutzutage der Fall ist ,bewältigen konnte ,bot die Inszenierung des fliegenden Holländerin bühnentechnischer Hinsicht ganz besondere Schwie__ rigkeiten , die man aber anscheinend in Kassel nach einer Notiz in den Signalen einer Leipziger Zeitschrift , leicht überwand ,denn es hiess darin : ... " In Kassel wurde Wagner ’s neue Oper der fliegende Hollän ­ der gegeben . Zwei imposante Seeschiffe »mit bewunderungswürdiger Leich ­ tigkeit über die Bühne segelnd »erregten grossen Enthusiasmus . ".... Angesichts der vielen Anfeindungen ,die Wagner's Musik erfuhr ,war es eine Spohr ganz besonders ehrende Tat »dass er damals schon so fördernd für den argumkäjapften Neutöner eintrat . Der Brief »den Richard Wagner an Louis Spohr unterm 1o Juni 1843 schrieb »strömt über von Äusserungen des Lankes und spiegelt die hohe Achtung wider.die Wagner »der sich mit "Ihr dankbar ergebener Schüler " unterschrieb »Spohr entgegenbracht Erst im °ahre 1846 ist gpohr im Hause des ProfessorsBrockhaus und bei ' M endels*öhn in Leipzig mit Richard Wagner persönlich zusammengetroffen Bei Mendelssohn wurden zwei Spohr’sehe Quartette zum Vortrag gebracht . lass die beiden bedeutenden Musiker bei diesem Zusammensein anregende Stunden verlebten »kann man sich leicht vorstellen . Von Kassel aus nahm auch Marie Seebach »die 185o dahin als Liebhaberin und Soubrette kam »ihren künstlerischen Aufstieg »der sie zuerst nach Wien und später nach L er xin führte »wo sie als Stern erster Grösse^ ge ­ feiert wurde . Nach ihren Tagebucheintragungen weilte sie gern in Kas ­ sel' s Mauern und verkehrte auch viel am Hofe »wo sie sehr beliebt war • Seine erste Lorbeeren heimste der später sehr berühmt gewordene Wiener Burgschauspieler Ludwig Gabilion am Kasseler Hoftheater ein »das seit 1846 unter Leitung des Intendanten von ^eeringen stand . Dieser hat es verstanden \junge vielversprechende Talente der Kasseler Bühne zuzufüh ­ ren . Zu letzteren gehörte auch der später zu grossem Rufe gelangte Te* nor Theodor Wachtel »der berühmte " Postillon von Lonjumeau ” . Lange Jahre (1837-45 ) war auch die Mutter der Lilly und Marie.Lehmann Frau maria Therese-Low als hervorragende und gefeierte Sängerin am Hoftnea- ier tätig . Zu ihren besten Partien gehörten die Norme,^essonda »die K