198 - In der *eme winken Thüringens Berge herüber . Bei guter Sicht fei ­ len sogar die n arzberge und der Brocken in das Gesichtsfeld . Folgt aber der Blick dem Silberband der Werra , dann entdeckt das Auge auch den Eh^tein , den Ludwigsstein die f Peuf elskanzel sowie den Meissner und für eine empfängliche Seele gewinnt dann das bestrickende Land- schaftsbild noch unendlich mehr an Reis . Den hohen SLisJöner habe ich nur einmal bestiegen und die schönen Fem- sichten von dem alten Gasthause Schwalbenthal und von der ^albe genos ­ sen * Kommt man wie ich damals vom KaufungerMl4 her/dann findet man 4 den Anstieg ziemlich reizlos , wie überhaupt der Meissner mich mit sei nein vielfach kahlem Kamme ziemlich enttäuschte . Malerischer soll schon der Weg sein , wenn man zum Meissner vom Werrathal bei Albungo-xi durch das HÖllenthol seinen Aufstieg nimmt , welchen Weg ich damals allerdings hinabgestiegen bin. Welche Fülle wahrhaft zaubrischer Rei ­ ze bergen aber die von Kassel so leicht erreichbaren Fulda — Werra und Weserlandschaften I Unserer heutigen paddelnden Jugend sind jo die deutschen Flussläufe viel bekannter geworden als d er älteren General tion und ihr enthüllt man nichts ^euee , wenn man zum Lobe dieser Landschaften Preislieder anstimmt . Die Schönheiten des Rheines>der grossen völkerverbindendenVerkehrsstrasse , sind weltbekannt ,nicht minder kennt der Tourist das an abwechselnden Bildern so einfallsrei ­ che Thal des Neckar., das sonnige Thal der Mosel und das elegisch vei\ träumte Thal der Bahn 9 aber weltverloren , ja fast noch uncrschlossen im Vergleich zu diesen Flussthälern > dünken mir die intimen Schönheiten der Fulda und Werra > während die Weserlandschaft schon jahrzehntelang durch^die regelmässigen von Hann. Münden ausgehenden Dampferfahrten eine Menge gaturfreunde anlockt . Viele geben trotz der teilweisen b’rossArtigkeit der Rheinlandschaft der intimeren Weserlandschaft so ­ gar den Vorzug . Hier bei der Weser ist auf der Strecke von Hann.Mün- den bis Hameln das Thal enger . Die ^ergwälder reichen grösstenteils bis aß den Fluss heran und so entstehen oft Bilder von grösserer Lieb ­ lichkeit ^als sie selbst der grandiose Rhein zu bieten vermag . Wer ber von Kassel aus die gergwälder der grossen Forsten des Kaufunger waldes , Reinhardswaldes , der Söhre , des Quillers , des Bramwaldes und des Solling durchstreift , wird häufig genug , wenn er an die nach den Flusstälern abfallenden Ränder und Hänge gelangt , stets auf <• die anmutigsten und entzückendsten Landschaftsbilder , welche die durcJ enge oder weite Thalmulden sich hinschlängelnden Flussläufe der Fuld Werra und Weser ^arbeiten . stossen . Schon in seinem Teile oberhalb Kassel bietet das Fuldathal einige landschaftliche Höhepunkte , die man erst richtig würdigt , 'wenn man sie^von den Höhen auf das stille Flussthal herabblickend , wahrnimmt . -Dabei denke ich hauptsächlich an die beiden grossen Schleifen , die die Fulda zwischen Melsungen und Guxhagen , insbesondere bei Büchenwerraam Quiller und zwischen Denn ­ hausen und erghausen , auf v^elch*letztere SchlMfe ich 3chon vorhin hinwies ,bildet • Hier gehen auch die bewaldeten ^erghänge wieder bis an den Flusslauf heran und schaffen auf diese Weibe reizende Bilder , aber grossartiger mutet schon die Flusslandschaft unterhalb Kassel auf der Strecke zwisdhen Wolfsanger und Münden an/die mir in mei ­ nen ersten Kasseler Jahren durch die Ruderfahrten so vertraut geworden ist , Aber auch von der gergsemte her habe ich hier in mannigfaltigen Aussichten das Flussbild genossen und immer überaus reizvoll ‘ n än , ob man nun über den Lutterberg auf Hann* Münden zuwandert oöeiiob man den Blick von der Zuschlagsruhe im Schockethal auf die grosse Fulda— schleife bei Wahnhausen hinochwei en lässt . Ihren Kulminations^punkt erreicht aber die landschaftliche Schönheit des Fuldaflussbilde© erst wenn man sich de.^n wirklich herrlich gelegenen Hann. Münden nähert Umkränzt von den schönsten Bergwäldem und sozusagen von Fulda und Wer— ra .die sich unterhalb! der Stadt zum Weserstrom vereinigen , umgriffen gehört Hann. Münden sicherlich zu den schönstgelegenen Plätzen Nord ­ deutschlands • Schon wer mit der Eisenbahn durchfährt , gerät in hellem Entzücken , wenn sein Blick über die Stadt