dicht auf r ect erat - 62 - gegangen war und sich die Schleier der ^acht langsam und die Fuldalandschaft herabgesenkt hatten , da schritt das seinem Höhepunkt entgegen . J etsterat begann der eigentliche Ziesel rauber . Von der Fuldabrücke aus tritt nun die ganze Fuldaflotilie, geführt von dem Admiralschiffe Chassalla , das die Behörden und die I sonstigen prominenten Persönlichleiten an Bord hatte , zu dem gross- , ! artig organisierten und phantastisch ausgestatteten Wsaerfeetzuge an. Alle Boote ^haben sich plötzlich durch originelle und phant&sievolle Aufbauten in ein neues Gewand geworfen .Die Maskerade hat begonnen. \ Nun erblickt man auf einmal an Stelle der unscheinbaren Kanus »Pad ­ del-und Ruderboote' ,hier ein altes Wikingerschiff , dort die Prunk ­ galeere eines Negerfürsten , da kommt Lohengrin auf seinemSchwan dahe der *ahrt , schwimmende Autos ,venetianische Gondeln , Wassertiere * wie Ak rokodile erscheinen auf dem Wasser , kurz alles,, was eine fro^' rc *- mute Phantasie nur ersinnen kann. So geistert in allen Farben une Lichtern dieser ^estzug durch die dunkle N?cht über das Wasser , bald' aher steht die ganze Szenerie in Flammeri , Raketen schiessen auf ,mit herabfeilenden buntfarbigen Leuchtkugeln , Rotfeuer brennen überall, prächtige FeuerwerksKörper werden in allen Vercianen abgebrannt. Wo ­ hin auch das Auge blickt , wird es gefesselt durch die Wunder der py ­ rotechnischen Künste ^Plötzlich flammt auch die in die Gerhardt ’ sehe ■’ Badeanstalt führende Brücke in buntem Lichterglanze auf , während die Badeanstalt selbst ihre Konturen durch prächtige Illumination in wirk ­ samer Weise herausgearbeitet hat . Vom Wasser her tönt Musik und Ge^a sang . Wer zum ersten ^ale de^ berühmten Heidelberger Schlossbeleuch- +1,n g ,die aus allen ^egenden Menschen herbeilockt »beiwohnt, wird si- oherlUbtti überwältigt sein von"dem herrlichen Schauspiele , das insbe ­ sondere dem grossartigen landschaftlichen Hintergründe , den Natur und Kunst geschaffen hat , seine Wirkung verdankt . Auch das auf der alten Ipeckarbrücke abgebrannte Feuerwerk und die mit Lampions ge ­ schmückten Boote und Dampfer auf dem Neckar bieten ein prachtvolles Bild , das zu geniessen Freude und Entzücken auslöst . In Kassel fehll diese landschaftliche Staffage fast gänzlich und doch stelle ich den "Zissel " so wie ich ihn schon im Jahre 1926 erlebte »weit über den Heidelberger Schlossbeleuchtungsrummel . Dieser ist und bleibt ein ven der Stadtbehörde organisierter Fremdenbluff. Gewiss bietet er zum ersten ^ale ein unvergleichlich schönes Bild , verliert aber später in seiner sich stets gle ch!bleib©ü4§fi Aufmachung an Wirkung . Auf der " Fullezissel " gibt sich das Volk selbst das Fest , nicht mit dem f Hintergedanken , Fremde heranzulocken . Diesgerade verleiht dem Feste - ein individuelleres Gepräge. Dem Srfindungsreichtum der interessierter 1 Vereine wird der grösste Spielraum gelassenund so mag es kommen , dass jeder neue Zissel den alten an neuen Überraschungen noch überbietet . Die Zeitungsberichterstatter stellen dgs Fest in Parallele mit den venezianischen Gondelfesten auf dem " Canale Grande "mit dem Karnevals treiben auf dem Lido . Der ; ergleich iSt nicht übel . d ö n stelle sieb nur auf dem einen Fuldaufer mit einiger Einbildungskraft säulen.und bogengeschmückte Dogenpaläste vor , an denen die Gondeln anlegen ,um die schwarzäugigen Schöner abzuholen und höre dann im Geiste ^esang und ^autenschlag durch die Stille der Nacht erklingen und die Illusion ist vollständig . Aber wer weise , ob bei dem Unternehmungsgeist der Kassftianer diese Dogenpaläste in Filpistadtmanier zur nächsten Zissel nicht errichtet werden und dann dem ^este der jetzt fehlerde phantasti schere Hintergrund gegebenwird .Aber so lange diese Dogenpaläste feh-' len , muss das in seiner Art auch romantisch wirkende W a"l d a u mit seinem alten Kirchturm in die Bresche springen und diesen fehlen ­ den Hintergrund bilden . In der uät war es ein reizvoller Augenblick t als plötzlich das alte Dorf in Filmmen stand und im Rotfeuer tisch herüberleuchtete 0 gespens- An diesen einzigartig schönen Wssserkirrmes wurde ich wieder erinnert , als mir ein guter "ekannter ausführlich über den ^erlauf des Zisaels