1853 25 Artikel 68. Als Forstvergehen soll es nicht angesehen werden, wenn Jemand bei einem unverschuldeten Vorfall zur Abwendung der ihm daraus drohenden Nachtheile eine Uebertretung zu begehen genöthigt ist und hiervon innerhalb der nächsten 24 Stunden einem Forstbeamten (Förster oder Rüger) des betreffenden Reviers Anzeige macht. Rück ­ sichtlich des etwaigen Schadenersatzes gelten indessen die allgemeinen Rechtsgrundsätze. Artikel 96. Wer gegen die Bestimmungen der Art. 45 und 46 Vieh auf die Weide oder in die Mast treibt, wird mit 10 Sgr. für jedes Stück bestraft. Artikel 113. Wer den Bestimmungen der Forstpolizeigesetze oder den Anordnungen und Anweisungen der Öberforstbehörde zuwiderhandelt, verfällt, sofern auf den Fall nicht eine besondere Strafe steht, in eine Strafe van 10 Sgr. Eine gleiche Strafe trifft denjenigen, der auf Forstgrunde den Weisungen der Forstverwalter oder der Aufsichtsbeamten nicht Folge leistet, sofern darin nicht ein mit höherer Strafe bedrohtes Ver ­ gehen liegt. Artikel 114. Es wird bestraft: 1. mit 2 Sgr. für jedes Zugthier, wer in nicht eingehegten Revieren außerhalb der erlaubten Wege fährt; 2. mit 5 Sgr.: a) für jedes Zngthier, wer in eingehegten Revieren außerhalb der erlaubten Wege fährt; b) für jedes Stück Vieh, wer gegen die Bestimmung des Art. 13 handelt; jedoch darf die nach der Stückzahl berechnete Strafe den Betrag von 5 Thlr. nicht übersteigen; c) wer in eingehegten Revieren außerhalb der erlaubten Wege reitet; ü) wer außerhalb der öffentlichen Wege in Waldungen zur Fällung von Holz geeignete Werkzeuge mit sich führt und einen genügenden Grund hierfür nicht glaubhaft zu machen vermag; 3. mit 1*,'« Sgr. für jeden Quadratmeter, wer Waldboden unbefugt abhackt, abpflllgt oder überhaupt anrodet; 4. mit 10 Sgr. bis 1 Thlr.: a) wer auf Waldbodeu unbefugt Löcher oder Gruben gräbt; b) wer unabsichtlich Waldproducte sowie andere Gegenstände, welche zu forstlichen Zwecken sich im Walde befinden, oder dort auf ­ gerichtet oder aufgestellt sind — (wie namentlich Hegewische, Weg ­ weiser, Baumpfähle, Zäune, Waldnummeru, Waldhammer-, Grenz ­ oder andere Waldzeichen, Hege- und Entwässerungsräbgen rc.) — beschädigt, resp. die Waldzeicheu verrückt oder verändert, oder aufgerichtete Haufen von Holz, Loh, Streuwerk rc. umstürzt oder auseinander wirft, sofern er nicht innerhalb 24 Stunden dem betreffenden Forstbeamten davon Anzeige niacht; 5. mit 15 Sgr. bis 5 Thlr.: a) wer die unter 4. b) vorstehend erwähnten beschädigenden Hand ­ lungen absichtlich vornimmt. Wenn durch die Beschädigung das Wachsthum des stehenden Holzes leidet, oder liegendes Holz zu dem bestimmten Zweck untauglich gemacht ist, tritt noch eine, dem Werth des beschädigten Holzes gleiche Strafe hinzu; b) wer auf fremdem Waldboden ohne eingeholte Erlaubniß Stein ­ brüche, Sand-, Kies- rc.- Gruben anlegt oder Hütten, Gebäude rc. errichtet.