70 Wir fühlen uns gedrungen, unter seinen zahlreichen Vorzügen folgende hervorzuheben: 1. die geniale Einfachheit der neuen Drahtachsen-Lagerung und die sich daraus trotz solidester Konstruktion, die den stärksten Versuchsstrapazen Stand hielt, ergebende grössere Billigkeit vor Rädern mit Kugellagern; 2. das gefällige Aussehen der schlanken Radnaben, die besser als die dicken, plumpen Kugellager zu dem leichten Rade passen und ihm geradezu ein schneidiges Aussehen geben; 3. das auf höchst zweckmässiger Konstruktion der hohlen Naben beruhende Oelhalten, das die ganze Saison hindurch vorhält und viel Zeit spart; 4. der vollständige Schutz der Lager gegen Verstaubung; die Reinigung braucht nur ein einziges Mal in der Saison vorgenommen werden; 5. die ausserordentlich leichte Ersetzung der Stahldrahtachsen und Hülsen, die auch der Neuling in einigen Augenblicken ausführen kann, wobei die Abnutzung selbst nach strapaziösem Gebrauch erstaunlich gering ist; G. vor allem der bedeutend leichtere Lauf bezw. geringere Kraftaufwand und grössere Leistungsfähigkeit des neuen Rades gegenüber den von uns früher gebrauchten Rädern mit Kugellagern. Es ist ein seltenes Vergnügen, auf dem „Ganswindt '-Rade dahinzufahren. Wir sind daher überzeugt, dass sich das neue Rad in kürzester Zeit die alleinige Gunst aller Radfahrer sichern wird. Kein Radfahrer unterlasse es, das neue Rad zu prüfen, er wird das aller ­ beste finden. Heimgarten-Btilach (Schweiz), den 5. Oktober 1898. Gebr. Uiermöhlen. (Obstplantagenbesitzer). 3. Gutachten. Das von uns 4 Wochen lang Probe gefahrene Drahtachsenfahrrad hat sich gut bewährt und gab der leichte Lauf desselben keinem auf Kugeln laufenden Rade nach. Die Drahtachsen ebenso wie die eingesetzten gehärteten Lager- theile für dieselben haben trotz des hiesigen schwierigen Terrains keinerlei Ab ­ nutzung gezeigt, und sind wir überzeugt, dass die mit Ihren Drahtachsen aus ­ gerüsteten Fahrräder sobald sie auch in allen übrigen Theilen in gleicher Güte hergestellt sind, jeder Strapaze, die man einem guten Rade zumuthen kann, gewachsen sind. Bielefeld, den 1. Juni 1899. G. Riefenstahl. (Redacteur der Fachzeitschrift der „Rad-Markt“). C. Hanke. Paul Frede. 4. Gutachten. Radebeul-Dresdon, den 9. Juni 1899. Herrn Hermann Ganswindt, Schöneberg! Mit dem mir gelieferten Drahtachsenrad bin ich ausserordentlich zufrieden- Dasselbe läuft bedeutend leichter als Kugellagerräder, was hauptsächlich bei Steigungen zu merken ist. Die Festigkeit der Drahtachsen scheint eine unbe ­ grenzte zu sein, da ihnen selbst das Fahren auf holprigsten Wegen bei 80 kg Belastung nichts anzuhaben vermag. Die Kettenstellvorrichtung finde ich äusserst praktisch. Ich kann die Ganswindträder auf das Wärmste empfehlen. Hugo Hennig. (Fabrikbesitzer.) 5. Gutachten. Bei Abgabe unseres Urtheils über Ihr Drahtachsenfahrrad wollen wir Ihnen nicht verhehlen, dass wir in Folge von Mittheilungen gewisser Leute und Zeitungen, für deren Characterisirung es keine parlamentarischen Ausdrücke giebt, von Ihren Erfindungen eine recht schlechte Meinung hatten. Umsomehr waren wir überrascht, als unser Herr Oberkontroleur jenes Gerede für dreiste Verleumdung erklärte, so dass wir uns entschlossen, Ihr Drahtachsenfahrrad uns kommen zu lassen, und