- If - i k 18.VII. Den Davidstern, den Menschendohn und den Gottesknecht - diese drei hat Jesus in sich zusammengezogen. Er war sicher der erste "falsche Messias" # auch wenn es schon vorher Davissoehne und Gottesknechte gegeben hat. Sein Besonderes ist die Verschmelzung des Menschensohns mit den beiden andern. Wenn seine Zeit auf den Messias wartete, dann eben auf den Menschensohn. Die Unvereinbarkeit dieses damals modernen (danielischen) mit dem klassi= sehen davidischen Messias ist ja im N.T. selbst Gegenstand einer Vexier= frage. V. 7 ahrscheinlichkeit srechnung beruht auf der Umformung des reinen Zukunfts= begriffst der Moeglichkeit in den wissenschaftlichen (also Vergangenheits= begriff) der Wahrscheinlichkeit. Sie sieht die Zukunft so an, wie sie sus= sehen wird, wenn sie Vergangenheit geworden sein wird, D.h.: sie trans ­ poniert das Futurum ins Futurum exactum. Bei Harnack ist Marcion "das konsequente Sektenglied fuer die Kette, die durch die Propheten Jesus und Paulus bezeichnet ist". Das heisst wenig= stens Ernst mit dem Entwicklungsgedanken machen. F.hlt nur Muhamed. 20.VII. Spinozawiderlegt Descartes, Leibniz widerlegt Spinoza, Kant widerlegt Leibniz, Fichte widerlegt Kant, Schelling widerlegt Fichte, Hegel wider= legt Schelling, und Hegel wird durch den Fortgang der Geschichte "mehr als widerlegt, er wird gerichtet". Aber Fietzsche widerlegt nicht Scho= penhauer und ich nicht Nietzsche. Wer heut noch sich mit Widerlegungen beschaeftigt (z.B, Rickert mit Fietzsche, denn was ist die Wertphilosophie anders als ein Kampf gegen die "Umwertung"), der beweist eben dadurch, dass er kein Philosoph ist. 4.VIII. Das Gleichnis ist nur dann erlaubt, wenn es den Sprecher ebenso interessiert wie das Gemeinte. 12.VIII. Als Kranker kann man alles erreichen was man will, aber nichts verhindern was man nicht will. 23,VIII. Den Heiden gibt es, den Juden wird es geben. Heiden gibt es nicht, Juden gibt es. 13.IX. Ich wuensche, das meine Bibliothek an meinen Sohn kommt. Solange er nicht liest, kann sie in Kisten verpackt werden, apaeter aber soll sie wenn es die Raumverhaeltnisse irgend gestatten, aufgestellt werden. Es ist eine Bibliothek, die auch fuer einen gebildeten Kaufmann, Anwalt, Arzt etwas ist, durchaus nicht bloss fuer einen Gelehrten. Ausgeliehen mag reich= lieh werden, aber nur gegen ordnungsgemaesse Ouittungen, wie Bibliotheks= scheine, Tein Sohn wird aus diesen Buechern, die ja nie en masse gekauft sind, sondern immer von Fall zu Fall, viel von mir erfahren, was er an= ders nicht erfahren kann.