* 1. . 2.8 muss ein guter Fussgänger und Bergsteiger sein und tagelang mit einer Nahrung von Konserven bzw. Eiern und Obst zufrieden sein, wenn man diese Schönheiten kennen lernen will. Denn wer nur einmal eine von den eingeborenen „Hotelköchinnen“ gesehen hat, dem ist für alle Zeit der Appetit auf das einzige dort erhältliche Gericht — ein uraltes mit Reis gekochtes Huhn — vergangen. Die.Wege sind zum grossen Teil über alle Beschreibung schlecht, selbst der den stolzen Namen Estrada real führende Hauptweg längs der ganzen Nordküste der Insel, so dass der Nutzen eines mit ­ genommenen Pferdes auf grosse Strecken ganz illusorisch wird — man muss bergabwärts meistens herunter und selbst klettern, so steil geht’s fast immer hinab, und bergauf ist es an vielen Stellen, selbst bei aller Hochachtung vor der Sicherheit der Madeirapferde, doch auch geratener, ebenfalls lieber selbst zu klettern und den Gaul nachkommen zu lassen. Nun gibt es ja noch das im Lande sehr beliebte Be ­ förderungsmittel der Rei'de oder des Hammock — einer Art Sänfte, die an einer langen Stange von zwei Trägern getragen wird; aber ich habe dieses Instrument nicht sehr schätzen gelernt. Abgesehen da ­ von, dass mancher bei dem langdauernden, gleichmässigen Schaukeln des Dinges vielleicht seekrank wird, geht dem Reisenden der Genuss der schönen Aussicht oft ganz verloren, und man hat dann immer noch vier Eingeborene mehr um sich, über deren Unpünktlichkeit und Phlegma man sich halb tot ärgern kann. „Pazienza, Sehor! Pazienza!“ ist das Wort, das man hundertmal am Tage und bei jedem Vorhalt über Unpünktlichkeit und Faulheit zu hören bekommt, und das einen einigermassen temperamentvollen Menschen allmählich in helle Wut bringt, wodurch aber nichts gebessert wird. Die Unterkunftsverhältnisse habe ich nicht so schlecht gefunden, als sie im allgemeinen geschildert werden; ich habe überall auf meinen -— allerdings sehr weit auseinandergelegenen — Stationen ein sauberes Bett und fast immer ein solches ohne das berüchtigte lebende Inventar gefunden. Ich muss allerdings bemerken, dass ich oft sehr lange Gewalt ­ märsche gemacht habe, um eben ein menschenmögliches Quartier zu bekommen, und dass solche lange Touren von den allermeisten Menschen dann nicht mehr als Vergnügungstouren, an denen sie Genuss haben, betrachtet werden. Kann man von irgend einem eingeborenen Funchalesen eine Empfehlung an private Gastfreundschaft erhalten, die von den Portugiesen sehr gerne gewährt wird, so ist die Sache wesentlich besser und angenehmer. Eine Verbesserung $er Wege- und Unterkunfts-Verhältnisse wird auch mit der Errichtung der Sanatorien und Kurhotels auf Grund der Hohenlohe-Konzession verbunden werden.