291 ehrbare Antwort ertheilen, daß sie alle Ursache haben sollten, damit zufrieden zu sein." Philipp war in Verzweiflung und mußte fast mit Gewalt von Halle weggezogen werden. Zwar hatten die beiden Kurfürsten ihm gelobt, nicht eher vom kaiser ­ lichen Hofe zu weichen, als bis er in Freiheit gesetzt sei, doch durften sie dem Kaiser nicht weiter als bis Naumburg folgen, da derselbe im Gegentheil drohte, den Landgrafen nach Spanien abzuführen. Zuerst waren die beiden gefangenen Fürsten in einem Wagen, allein sie wurden bald getrennt und unter starker Bewachung immer eine Tagereise vor dem Kaiser geleitet. Philipp im Gefängniß und versuchte Flucht. Obgleich von Seiten des Landgrafen schneller noch, als man erwartet hatte, die Bedingungen der am 19. Juni zu Halle mit dem Kaiser abgeschlossenen Ka ­ pitulation erfüllt wurden, so blieb Philipp in beständiger Gefangenschaft und zwar bis gegen das Ende des Jahres 1547 vorerst in Donauwörth. An seinen Schwiegersohn schrieb er gleich anfangs: „Es ist nicht ohne, wir hätten uns der Dinge, so uns begegnen, eben so wenig als E. L. vermuthet; E. L. wissen auf was Treu und Glauben wir hergekommen (nach Halle); nun stehet von den Dingen, so uns begegnen, in der Kapitulation gar nichts, denn hätten wir solches wissen sollen, so wäre 19*