152 Vertrag zu Ka-an. Die münsterischcn Unruhen. Der Kurfürst von Sachsen wünschte zwar die Ein ­ setzung Ulrichs, doch billigte er weniger die Art und Weise, welche Philipp nun angewandt hatte. Auch war die Lage der Dinge damals so beschaffen, daß man aus jeder ausgebrochenen Kriegshandlung die gefährlichste Erweiterung des Streits und große Erschütterungen be ­ fürchtete. So schrieb Melanchthon an Camerarius: „wenn nicht die macedonischen Geschäfte (so nannte er den Kriegszug des Landgrafen in Beziehung auf dessen Namen) jetzt zur Ruhe gebracht werden, so steht ein unendlicher Krieg bevor, der vorzüglich die Unseren ver ­ wickeln wird; werden jetzt nicht die Dinge beigelegt, wie Vieles und wie Trauriges ist zu befürchten, du siehst den Zustand der Republik, und weithin wird jenes Uebel um sich greifen." — Und die Abgeordneten Ferdinands erklärten zu Gelnhausen dem Kurfürsten von Sachsen: „der würtembergische Zug sei nur ein Vorwand, man wolle Kaiser und König verdrängen; wenn der Landgraf von Hessen, der mit dem Könige von Frankreich eine geheime Zusammenkunft gehalten, umgeben von den Gesandten fremder Mächte, im Laufe seines Sieges, und, unterstützt von dem ganzen Volke der lutherischen Sekte, sich zum deutschen Könige ausgeworfen; dann würde die Reue des säumigen Kurfürsten zu spät kommen." Es wurden daher erst wegen Verhinderung und nun wegen Beilegung der Streitigkeiten beständige Unter-