26 kämpfen, der, zum Spott für's Ausland, dem ganzen Reiche mit zwei oder drei Häusern trotze." In dem folgenden Frühjahre zog Philipp mit 500 gerüsteten Pferden und 500 Fußknechten heimlich Lei Gernsheim über den Rhein und erwartete in Kreuznach, der Abrede gemäß, die mit gleicher Macht still heran ­ ziehenden Bundesgenossen. Man erzählt, daß als An ­ spielung auf die Rede, die Sickingen einst in Betracht der Jugend des Landgrafen gethan: „einen Knaben sühne man mit einem Apfel," sein Pferd über dem Schweife eine Verzierung gleich einem goldenen Apfel getragen. Christian von Hanstein wurde die Statthalter ­ schaft in Kassel übertragen, Georg von Königstein und Hermann von der Malsburg waren seine Kriegsräthe, Sigmund von Bopneburg und Sittich von Ehrings- hausen seine Hauptleute. Der Landgraf versprach auch dem, der Sickingen gefangen nähme, 600 Gulden, und sandte kurz vor seinem Anzuge, nach Sickingens Bei ­ spiele, demselben einen Fehdebrief. Am 18. April 1523 ritt der Pfalzgraf aus Heidelberg mit einer wohlge ­ rüsteten Kriegsmacht und kam am 22. gleichfalls nach Kreuznach, wo auch der Erzbischof von Trier kurz vorher eingetroffen war. Man beschloß, das Gerücht zu verbreiten, man wolle die Ebernburg nehmen, indessen aber sollte der Schenk von Erbach mit einem reisigen Zeuge nebst etlichen Fähnlein Knechten, Karthaunen und Feldschlan ­ gen Sickingen in Landstuhl, wo er sich aufhielt, ein ­ schließen. Zum obersten Feldhauptmann ernannten die Fürsten Wilhelm von Ronneburg; der Schenk von Erbach ward ihm beigeordnet. Die Burg Landstuhl oder Nannstuhl lag unter stei ­ len, allenthalben einschneidenden Bergkuppen, welche jeden Sturm unmöglich machten, deshalb beschloß man