16 dem sie im Anfang des Jahres 1515 selbst nach Jnfpruck und auf den Reichstag nach Augsburg reifte, eine Aus ­ gleichung ihrer Streitigkeiten mit den sächsischen Fürsten zu erlangen. Dagegen wußte sie sich durch Bündnisse mit Erich I. von Braunschweig-Calenberg und mit dem ihr ganz ergebenen Herzog Georg von Sachsen, dessen Sohn Johann damals zu Kassel mit ihrer einzigen Tochter, Elisabeth, verlobt wurde, in dem Besitz der errungenen Vormundschaft zu sichern. Philipp, den man schon frühe zu ernsten Berathschlagungen gezogen, und der schon im eilften Jahre seines Alters hessischen Vasallen die Belehnung ertheilt hatte, wurde im vier ­ zehnten Jahre, den 16. März 1518, vom Kaiser für volljährig erklärt, worauf ihm am 7. Juni die Grafen Anton und Johann von Holstein und Schaumburg zum erstenmale ihre Schlösser Rodenberg, Hagenburg und Arnsburg mit den dazu gehörenden Dörfern, Leuten, Gerichten, Gütern, Einkünften und Gerechten zu Lehn auftrugen. Philipps Regierungsantritt und Fehde mit Sickingen. Obwohl Philipp, seit Heinrich dem Kinde der zwölfte Erbe von Hessen, seine Regierung angetreten, so hielt es doch schwer, den unter den seitherigen Unruhen kühner gewordenen Adel in die nöthigen Schranken zurück zu