257 Autoren gehört, daß die Fettlösung gut vertragen wird und daß man sehr gute Erfolge damit beobachtet hat. Der große Vorteil, und das möchte ich hier nochmals wiederholen, liegt eben darin, daß man beispielsweise mit 1000 ml Fettlösung, 500 ml Steramin und 500 ml Traubenzuckerlösung einen bettlägerigen Patienten ausreichend ernähren kann, ohne irgendwelche Neben ­ wirkungen zu befürchten und ohne vor allem befürchten zu müssen, daß durch Venenwandreizung Thrombophlebitiden entstehen und zur Unterbrechung der Infusion führen. Man kann natürlich noch einen anderen Weg beschreiten, indem man beispielsweise eine 20 °/oige Invertzuckerlösung gibt, die den großen Vorteil hat, daß sie nicht so sehr als hypertonische Lösung vom Körper aufgenommen wird, da ja, wie bekannt ist, der 20 °/oige Invertzucker als 10 °/o Glukose und 10 “/o Laevulose metabolisiert wird, so daß man also mit 1000 ml einer 20 °/oigen Invertzuckerlösung 800 Kalorien zuführen kann und nun durch die Zugabe von 50 oder 100 ml 96 “/eigen Aethylalkohol die Kalo ­ rienzufuhr auf 1200—1500 Kalorien pro Liter vergrößern kann. Da man sich jedoch über die Verträglichkeit des Alkohols im Organismus noch nicht ganz im klaren ist, vor allem auch nicht weiß, inwieweit der Alkohol überhaupt verbrannt wird, empfiehlt sich doch die Methode, die zuerst beschrieben wurde, nämlich mit Fett, Eiweiß und Kohlenhydraten eine vollwertige parenterale Ernährung durchzuführen. Soviel über die parenterale Ernährung. Da nun in diesem Zusammenhang das Kaseinhydrolysat Steramin bespro ­ chen wurde, möchte ich nicht versäumen, auch darauf hinzuweisen, daß wir auf verschiedenen Colloquien das Thema auch auf die Eiweißsubstitution ge ­ bracht haben, und es wurde zur Diskussion gestellt, ob man ein Kasein ­ hydrolysat oder aber ein synthetisches Aminosäurengemisch verwenden soll. Der größte Teil der Teilnehmer entschied sich für das Kaseinhydrolysat, und zwar aus dem einfachen Grund, weil in diesem Hydrolysat alle notwendigen Aminosäuren in physiologischer Form vorliegen, während in den synthetischen Aminosäurengemisthen der Gehalt an Aminosäuren erstens einmal sehr gering ist, weil die Aminosäuren sehr schwer löslich sind, und auf der anderen Seite ein großer Teil der synthetischen Aminosäuren vom Körper doch scheinbar nicht metabolisiert wird. Es werden demnächst über dieses Thema zwei größere Arbeiten erscheinen, und wir werden uns erlauben, sie Ihnen zur gegebenen Zeit zur Verfügung zu stellen. Es ist selbstverständlich, daß ein Kaseinhydro ­ lysat, also ein organisches Eiweißgemisch, in vereinzelten Fällen zu Reaktionen Anlaß geben kann. Meist ist dies der Fall, wenn man die Infusion zu schnell beginnt oder das Hydrolysat zu schnell einlaufen läßt. Wenn man aber be ­ denkt, daß man auch bei einer Bluttransfusion bzw. einer Plasmaübertragung auch bis zu 2 °/o Reaktionen beobachtet, dann muß es durchaus verständlich sein, daß auch ein so hochwertiges Präparat, wie es ein Hydrolysat von Eiweiß darstellt, Reaktionen verursachen kann. In jedem Falle wird das Steramin genau getestet, genau eingestellt und wird mit Sicherheit steril und pyrogen ­ frei geliefert. Nach Aussagen verschiedener Autoren wird Steramin auch in den