249 Nebenreaktionen Unmittelbare Sofortreaktionen sind Temperaturerhöhung, Schüttelfrost, Erbrechen, Übelkeit, Dyspnoe, Urticaria, Rückensdimerzen, Symptome, die man jedoch von Infusionen colloidaler Lösungen, z. B. auch von Blutüber ­ tragungen kennt. Die Erhöhung der Temperatur ist die am häufigsten beobachtete Nebenreaktion, die auch am intensivsten untersucht wurde, ohne daß jedoch eine befriedigende Lösung gefunden werden konnte. Beispielsweise besteht keinerlei Beziehung hinsichtlich der verwendeten Sub ­ stanzen. Die Vermutungen von Shafiroff und Mulholland (32), daß die je ­ weilige Temperaturerhöhung einer übermäßigen Oxydation nach der Fettver ­ abfolgung entspricht, treffen nicht zu, da die gleichzeitige Gabe von Heparin keine erhöhte Fieberreaktion bewirkt, obgleich diese Substanz als „Clearing factor“ wirkt und Fett beschleunigt aus dem Blutstrom entfernt (Becker 9). Eine Bekämpfung dieser Temperaturerhöhung mit Antihistaroinica blieb ebenfalls erfolglos (Wdddell 33). Eine Beschleunigung der Infusionsgeschwin ­ digkeit, sowie eine zu hohe Fettkonzentration lassen die Rate der Neben ­ reaktionen schnell ansteigen. Außerdem ist es interessant zu beobachten, daß Emulsionen, die keine Phospholipide als Stabilisatoren enthalten, öfter Col- loidreaktionen hervorrufen. Die bisherigen Erfahrungen mit LIPOFUNDIN zeigen eine gute Verträg ­ lichkeit des Präparates. Die beobachteten leichten Nebenreaktionen schränken seine Anwendung nicht ein, da diese Reaktionen in ähnlicher Form auch nach Bluttransfusionen beobachtet werden. Lediglich bei schwerer Cyanose und Dyspnoe sollte die Infusion unter ­ brochen werden und mit verlangsamter Infusionsgeschwindigkeit wieder fort ­ gesetzt werden. Schwere Nebenreaktionen mit Blutdruckabfall oder Schock ­ zuständen sind bisher in 1 °/o der Fälle bei nicht ganz sorgsamer Abgrenzung der Kontraindikationen beobachtet worden. Die leichteren Nebenreaktionen bedürfen keiner besonderen Behandlung; sollte es jedoch wider Erwarten zu einem schweren Zwischenfall kommen, so ist die intravenöse Gabe von Pred ­ nison oder Prednisolon bzw. von 5—10 000 Einheiten Heparin zu empfehlen In diesen Fällen ist für das Auftreten von leichteren Nebenreaktionen eine anfänglich zu hohe Infusionsgeschwindigkeit verantwortlich. Eine genaue Be ­ achtung des Dosierungs-Schemas ist deshalb notwendig. Klinik und Laboratorium Bei Verabreichung von bis zu 7000 ml LIPOFUNDIN wurden keinerlei generelle Veränderungen der hämatologischen und chemischen Blutbefunde beobachtet. Es trat keine Abnahme des Hämoglobins und keine Brom-Sulfalein- Retention ein. Ein leichter Anstieg der Labdlitätsproben und des Serum-