243 reichenden Menge täglich gestoffwechselt wird, müßte man bei einem täglichen Kalorienbedarf eines Bettlägerigen von ca. 1800 Kalorien ca. 6—8 Liter Flüssigkeit verabreichen, um die gewünschte Kalorienzahl zu erreichen. Solche Mengen elektrolytfreden Wassers, würden intravenös verabreicht, den Was ­ serhaushalt des Organismus erheblich aus seinem Gleichgewicht bringen. Stär ­ ker konzentrierte Zuckerlösungen führen jedoch bei länger dauernder Infu ­ sion zu phlebitischen Reizungen und schließlich zur Verödung der Gefäße. Bei den Aminosäuren liegen die Verhältnisse ähnlich, nur, daß hier höher konzentrierte Lösungen unverträglich sind und zu erheblichen Störungen des Allgemeinbefindens führen. Bisher hat man sich so geholfen, daß man Ge ­ mische von Kohlehydraten, Aminosäuren und Alkohol verwendet hat, war sich aber darüber im Klaren, daß die ideale Lösung nur durch den besten Kalorien ­ lieferanten, das Fett, erreicht werden konnte. So kann man mit einer 10°/oigen Fettlösung in 1000 ml die gleiche Kalo ­ rienzahl verabreichen, wie mit 6000 ml einer physiologischen Zuckerlösung. Vorbedingung ist jedoch, daß die Fettlösung gut vertragen wird und keine nennenswerten Nebenerscheinungen zur Folge hat. Historische Entwicklung Versuche, eine parenteral verträgliche Fettemulsion herzustellen, sind schon sehr alt (1, 2). Anfangs des Jahrhunderts griffen Mills, Murlin und Longdon das Problem des intravenösen Gebrauchs von Fett mit Hilfe von Tierexperi ­ menten auf. Die Literatur enthält Berichte, nach denen Fett selbst in Form von Milch und Eigelb intravenös gegeben wurde. Die ersten richtungsweisenden Versuche wurden in den Jahren 1920—1931 von den Japanern Yamakawa, Nomura, Sato und Baba unternommen, die eine eigene Fettemulsion „YANOL“ mit Hilfe von Eilecithin als Emulgator her ­ stellten. Holt, Tidwell und Scott (3) stellten den Nährwert einer Fettemulsion, be ­ stehend aus Olivenöl und Eilecithin an unterernährten Kindern fest. Mit Hilfe von Tierexperimenten studierten Rony und Mortimer (4) die Dauer der Lipämie nach intravenöser Verabreichung einer Eigelbemulsion. Es ergaben sieh jedoch immer wieder Schwierigkeiten hinsichtlich der tech ­ nischen Beherrschung des Problems, nämlich eine genügend dispergierte und stabile Emulsion herzustellen, andererseits hemmten immer wieder beobachtete Unverträglichkeiten die Einführung von Fett in die parenterale Ernährungs ­ therapie. Während der letzten Jahrzehnte wurde das Problem der parenteralen Fett ­ ernährung in den USA in größerem Maßstab in Angriff genommen. Umfang ­ reiche Arbeiten wurden insbesondere von Geyer, Meng, Shafiroff, Stare und Waddell durchgeführt. In Europa waren es Sorgdreyer, Kauste, Wretlind,