185 Die Warburg-Apparatur Modell Braun-Melsungen 1949 Die Warburg-Apparatur. Modell Braun-Melsungen. Von Dr. sc. nat. habil. K. Koch, Melsungen. Der Gasweehselmeßapparat nach Barcroft-Warburg (= Warburg-Apparatur) gestattet es, den Verbrauch oder die Erzeugung eines Gases im geschlossenen System bei konstan ­ ter Temperatur messend zu verfolgen. Die Ermittlung der ge ­ bildeten oder verbrauchten Gasmenge erfolgt hierbei durch Messung der Druckänderung, wobei Volumen und Temperatur konstant gehalten werden (manometrische Methode). Es ist deshalb möglich, mit Hilfe der Warburg-Apparatur die Atmung von Gewebeschnitten pflanzlicher oder tierischer Herkunft, von Zellsuspensionen oder Bakterienkulturen quanti ­ tativ zu untersuchen, wobei es durch die Einrichtung der Kul ­ turgefäße möglich ist, ohne Unterbrechung des Versuches Sub ­ stanzen zuzusetzen und ihren hemmenden oder fördernden Einfluß auf die Gaserzeugung oder den Gasverbrauch zu stu ­ dieren. In gleicher Weise können mit Hilfe der Warburg- Apparatur chemische Reaktionen untersucht werden, die sich in flüssiger Phase oder in Suspension abspielen. In allen Fäl ­ len ist es erforderlich, daß die chemische Natur des entstehen ­ den oder verbrauchten Gases bekannt ist. Sie ist gegebenen ­ falls nach den üblichen Methoden der Gasanalyse zu ermitteln. Um die Einstellung des Gleichgewichtes zwischen flüssiger und gasförmiger Phase zu gewährleisten, muß das Reaktions ­ gemisch während des Versuches in ständiger Bewegung gehal ­ ten werden. Die Warburg-Apparatur (Modell Braun-Melsungen) besteht demgemäß aus einem rechteckigen Thermostatengefäß von 25 1 Inhalt, in dem auf jeder Langseite sechs, also insgesamt zwölf Reaktionsgefäße angebracht werden können, von denen jedes mit einem Manometer versehen ist. Alle Reaktionsgefäße sind mit einer Schüttelvorrichtung verbunden, die sie in eine periodische, sagittale Hin- und Herbewegung versetzt. Den Gesamtaspekt der Apparatur vermittelt die Abb. 1. Der übliche Bau der Reaktionsgefäße und Manometer geht aus Abb. 2 her ­ vor. Das Reaktionsgefäß M ähnelt einem kleinen Erlenmeyer- Kolben und hat meistens einen Raum von ca. 15 ccm. Der genaue Rauminhalt muß in jedem Falle durch Eichung ermit ­ telt werden (siehe weiter unten). M hat ein eingeschmolzenes Einsatzgefäß E. Dieses dient meistens zur Unterbringung von Natronlauge, die bei Atmungsversuchen, bei denen sich gleich ­ zeitig Kohlendioxyd bildet und Sauerstoff verbraucht wird,