174 Augenplomben Augenplomben Aus dem Gebiet der Augenheilkunde soll hier die Erfindung er ­ wähnt werden, aus besonders behandeltem Polyvinylalkohol nach den Angaben von Prof. Thiel Augenplomben herzustellen. Prof. Thiel hat in den Klinischen Monatsblättern für Augenheilkunde 1939/X/XI auf die große Bedeutung der Polyviolplombe zur plastischen Stumpf ­ bildung nach Enukleation hingewiesen, nicht ohne gleichzeitig die in seiner Frankfurter Klinik wie an anderen Stellen festgestellten günstigen Ergebnisse hervorzuheben. Auch die nach seiner Er ­ fahrung beste Form hat er bestimmt, in der sie seit einiger Zeit von der Herstellerfirma B. Braun-Melsungen angefertigt und in den Handel gebracht wird. „Die Plombe liegt in einem mit einer dem Blutserum isotonischen und isojonischen Salzlösung gefüllten Glas ­ röhrchen (Abb. 19). Sie ist steril, also stets gebrauchsfertig zur Alb. 19 Hand. Kein Wässern, kein Abspülen wie beim konservierten Kalbs ­ knorpel, keine Sterilisation !" Neben der Technik der Implantation und der Nachbehandlung wird auch auf die in selteneren Fällen be ­ obachteten Abstoßungen und deren Gründe eingegangen mit dem Schlußergebnis : „Die Polyviolplomben erfüllen in geradezu idealer Weise die von H. Schmidt („Zur kritischen Würdigung der plastischen Stumpfbildungsmethoden'' Abhandlungen aus der Augenheilkunde Heft 13 Karger 1930) gestellten Forderungen an ein Implantations ­ material. Die Plomben sind steril und sind den Raumverhältnissen der Augenhöhle jederzeit leicht anzupassen.'' 1941