173 kolloid-chemischer Natur zu reagieren vermag, beweisen die Wich ­ tigkeit der Verwendung physiologischer Lösungen. Berücksichtigt man nun noch, wie öhlecker ausführt, die oft unsachgemäße Herstellung von „physiologischer Kochsalzlösung" in den Krankenhäusern und Kliniken, dann wird man sich immer mehr von der Verwendung selbst hergestellter reiner Kochsalzlösung ab ­ wenden und Infusionslösungen gebrauchen, die der Zusammen ­ setzung einer Tyrode-Lösung entsprechen und unter strenger wissen ­ schaftlicher Kontrolle in geeigneten Betrieben hergestellt sind. Die Aufbewahrung dieser auf die Wasserstoffionenkonzen ­ tration des Blutes genau eingestellten Infusionslösungen hatte bisher den Nachteil, daß durch die Verwendung einer resistenten alkali ­ freien Glasampulle der Preis nicht niedrig war. Die Firma B. Braun, Melsungen, hat nun durch die Schaffung einer Dauerampulle und einer entsprechenden Versandkiste die Preise für Infusionslösungen ganz wesentlich herabgesetzt, so daß jede Klinik und jedes Kranken ­ haus die Verwendung stets gebrauchsfertiger, steriler Lösungen verantworten kann. Die Dauerampulle, in der das Sterofundin der Firma B. Braun, Melsungen, zum Versand kommt, bietet also den Vorteil, daß die aus wertvollem Glas bestehende Ampulle nach ein- oder zweimaligem Gebrauch nicht fortgeworfen zu werden braucht und somit dem Volksvermögen erhalten bleibt. Ferner ist die Handhabung der Dauerampulle durch die Ver ­ wendung zweier Schraubverschlüsse bedeutend vereinfacht. Der Glasansatz der Ampulle braucht nicht mehr mit einer Glasfeile abgeschnitten zu werden, der Gummischlauch kann dadurch nicht mehr verletzt werden und Gummi- oder Glaspartikelchen können nicht mehr in die Kanüle bzw. Blutbahn gelangen. Der Ausfluß der Ampulle ist durch die Handhabung der oberen Schraubkappe zu regeln und die nachströmende Luft durch Einlage eines kleinen Wattepfropfens zu filtern. Die Rücksendung der gebrauchten Ampullen, die zum vollen Preis vergütet werden, ist durch die Transportkiste so vereinfacht, daß sie dem Personal keinerlei Schwierigkeiten bereiten dürfte. Literatur: öhlecker, Zentralblatt f. Chirurgie, Nr. 15, Jahrgang 1929. Höher, Physikalische Chemie der Zelle und der Gewebe. Landois-Rosemann, Lehrbuch der Physiologie. Lichtwitz-Liesegang-Spiro, Medizinische Kolloidlehre. Hammer, Melsunger Medizinisch-Pharmazeutische Mitteilungen, Heft 62/63. Weichardt, Der Chirurg, Heft 21, Jahrgang 32.