Aus rein technifchen Gründen iß aber zuerft der unreforbierbare Synthoßl-A-Faden in den Handel gebracht worden, um mit ihm (chon die zur Groß-Fabrikation unbedingt notwendigen Erfahrungen zu fammeln. Das Syn- thofil-A iß alfo nur der erße Schritt zur Herßellung des reforbierbaren Synthoßl-R. Das morphologifche Verhalten des tierifchen Gewebes gegenüber Fäden aus Polyvinylalkohol wurde ebenfalls unterfucht und dabei folgen ­ des feßgeßellt: Der Synthoßl-A-Faden übt, wie jeder Fremdkörper, einen Reiz im Gewebe aus. Diefe Reizwirkung iß jedoch durch die eigenartige chemißhe Konßitution des Fadens als Zwifchenglied zwifchen Zucker und Alkohol, im Gegenfatz zur Zellulofe des Zwirns und dem artfremden Eiweiß der Seide, fehr gering. Es kommt innerhalb von vier Tagen nach der Ein ­ lage zur Bildung eines Leukozyten-Saumes um den Faden, vom fünßen Tage an iß die Bildung von Fibroplaßen zu beobachten, die im Verlauf von ca. 14 Tagen den Faden bindgeweblich einkapfeln und ihn jeder weiteren zellulären Einwirkung entziehen. Beim Synthoßl-R-Faden kommt es auch zu der Bildung des Leuko- zytenfaumes, der aber viel (chmäler iß als der bei der Reforption eines Katgutfadens. Nach einigen Tagen bilden ßch jedoch Riefenzellen, die den Faden allmählich reforbieren. Auch hier iß die Einwirkung auf das umgebende Gewebe fehr gering. Es findet fich um den Faden nur ein ganz (chmaler Aktionsfaum von Riefenzellen, während die weitere Um ­ gebung nicht die geringßen entzündlichen Erfcheinungen, wie zelluläre Imbibition ufw, zeigt. Nach der Reforption des Fadens durch die Zellen ßndet eine binde- bzw. fettgewebliche Vernarbung des Aktionsfeldes ßatt. Kommt der Faden in das wäfferige Medium des Gewebes, fo quillt er um ca. 10% feines Durchmeffers auf und (chrumpft um ca. 15%. Diefe Schrumpfung wird aber zum größten Teil durch eine erhöhte Elaßizität des Fadens kompenßert, (odaß ße praktifch keine Rolle fpielt. Das Synthoßl-A hat Katgut gegenüber folgende Vorteile: 1. Völlige Sterilität, bedingt durch das ßerile Ausgangsmaterial, durch mehrmalige thermifche Sterilifation während der Herßellung und durch die händelofe Verarbeitung während der Herßellung und der Verpackung. 2. Größere Zugfeßigkeit des Fadens im Knoten, dadurch Verwendungs ­ möglichkeit dünnerer Fadenßärken beim Operieren. 3. Glatte Faden-Oberßäche, dadurch größte Schonung beim Durch ­ ziehen durch das Gewebe und leichte Abfpülung der evtl, auf ­ fallenden Luftkeime beim Herausziehen des Fadens aus der Auf- bewahrungslöfung.