145 Abweichungen von diefem Mittel, die Reaktion des Blutes ifl alfo konflant. Bedingt wird diefe Konflanz der Blutreaktion durch die An- wefenheit (ogenannter »Puffer«, Obgleich angenommen werden müßte, daß durch die Bildung von CO 2 bei der Verbrennung organifcher Ver ­ bindungen, von Phosphorfäure durch Abfpaltung aus den Nukleoproteiden, von Schwefelfäure infolge Oxydation des Eiweißfchwefels allmählich das Blut eine faure Reaktion aufweifen müßte, fo gefchieht dies dennoch nicht, da dem Blut in den fogenannten »Puffern« Hilfsmittel zur Ver ­ fügung flehen, die die auftretenden Säuren neutralifieren. Als derartige Puffer wirken im Blut Natriumbikarbonat, Eiweißkörper in Form von Alkalieiweißverbindungen und vor allem Haemoglobin. Um nun die dem Blut zugeführte Infufionslöfung in gleicher Weife neutralifierend wirken zu laffen, müffen ihr ebenfalls derartige Puffer mitgegeben werden und zwar gefchieht dies in Geflalt von HCO ;j l und HP0 4 ’ ’-Jonen. Zufammengefaßt muß alfo eine Infufionsflüffigkeit, wenn (le zweck ­ dienlich fein foll, aufweifen: einen osmotifchen Druck gleich einer Ge- frierpunktserniedrigung von 0,56°, die Jonen Na - , K - , Ca -- , Mg - - und CI ’, eine alkalifche Reaktion von pn =7,36 und zur Erhaltung diefer konflanten Alkalität Puffer in Gepalt von HCO ri ’ und HP0 4 ’’-Jonen. Eine derartige Löfung in der Apotheke und in der Klinik felbfl herzuflellen, dürfte in den meiflen Fällen auf erhebliche Schwierigkeiten ftoßen, da die Einrichtungen zur Herflellung derartiger Löfungen nicht oder nur in unzureichendem Maße vorhanden find. Aus diefem Grunde wurde das »Sterofundin« (Herfleller B. Braun-Melfungen) die (ierile, fleril bleibende, gebrauchsfertige und haltbare Infufions- und Injektions- löfung im chemifch-bakteriologifchen Fabriklaboratorium hergeflellt. Hier ­ durch iß die Gewißheit gegeben, daß durch exakte Arbeit und ftändige chemifche wie bakteriologifche Kontrolle eine Infufionslöfung in den Handel gebracht worden ifl, die nach jeder Richtung hin einwandfrei ift. Das »Sterofundin« entfprrcht in feiner Zufammenfetzung hinfiditlich des Ge ­ haltes an anorganifchen Salzen, in feinem osmotifchen Druck und in feiner Reaktion den oben geteilten Bedingungen und damit auch in weitefl- gehendem Maße dem Blutplasma. Die Ringerlöfung und ihr ähnliche Löfungen kommen hier auch nicht in Betracht. Sie haben wohl neben den Na - und CI ’-Jonen noch K und Ca - ‘-Jonen, aber ihnen fehlen die Pufferionen, die für die Reaktion von ausichlaggebender Bedeu ­ tung find. Durch Verwendung des »Sterofundin« ift die Unficherheit der Wirkung, die bisher der »phyfiologifchen Kochfalzlöfung« anhing, genommen worden. Wie weit diefe Unficherheit gehen mußte, läßt fich daraus fchließen, daß die Herflellung der phyfiologifchen Kochfalzlöfung nicht immer lege artis vorgenommen wurde. Es konnte feflgeflellt werden, daß der Prozentgehalt des Kochfalzes z. I. erheblich von dem Sollgehalt