127 Gefäßchirurgie - W»*V»W»V > Melfunger Medizinifdi-pharmazeutifche Mitteilungen aus Wiffenfchaft und Praxis Herausgegeben von der Firma B. Braun-Melfungen Inh.: Apotheker Carl Braun Gegründet 1839 Fabrik pharmazeutifdier Präparate / Katgut-Fabrik Heft 55 Melfungen 1<?28 Origmalarbeiten. Gefäßchirurgie. Von Prof. Dr. H. F. O. Haberland, Köln. Der Weltkrieg mit feinen relativ häufigen Blutgefäpverletzungen hat gelehrt, daf) jeder Chirurg die Technik der Gefäfmaht beherrschen muf. Auch die Friedenschirurgie pellt oft bei eingreifenden Operationen bzw. unvorhergefehenen Fällen dieje Forderung, Heute zählt eine Gefäfmaht nicht mehr zu den Ruhmestaten eines Chirurgen oder Experimentators wie vor etwa I/O Jahren, als Hallovel zum erpen Male am 15. Juni 1759 eine feitliche Sutur an einer ver ­ letzten Art. brachialis mit Erfolg ausführte. Desgleichen macht es jetzt kein Auffehen mehr wie damals, als 1/62 Lambert an Pferden eben ­ falls durch Naht künplidi verletzte Arterien feitlidi fchliefit. Es ip nicht unintereffant, zu wiffen, was 1833 Genfoul, fpäter Ollier (1857), Blafius (1871), Nie aise (1872) u. a. über experimentelle Venennähte bei gropen Verfuchstieren berichteten. Die Ergebniffe waren jedoch fo ungünpig, dap erp Czerny (1881) es wagte, die verletzte Vene jugularis communis beim Menfchen feitlidi durch Sutur zu ver- fchliepen. Jedoch blieb der Erfolg aus infolge heftiger Nachblutung.