125 Über die Verwendung von tierischen Faszienfäden 1927 Georg Wolfsohn: »Uber die Verwendung von tierifchen Faszienfäden«. (Archiv für klin. Chirurgie. Band 147, Heft 3 S. 479.) Nadi dem Vorgang der Lexer'fchen Sdiule wird die freie Gewebs- plaflik fafi ausfchliefilich als Äutctransplantation geübt. Gelegentlich wird zur Homoioplaflik gegriffen. Die Heteroplaftik ift fo gut wie ver- fchwunden. Im Gegenfatz zu diefen für Haut, Muskel, Knochen, Fett gültigen Grundfätzen nehmen Sehnen und Faszien eine etwas gefonderte Stellung ein. Heteroplaflifcher Erfatz verlorengegangener Sehnen ift immer wieder verfucht und auch gelungen. Kirfdmer’s Faszientransplantationen gaben Veranlaffung, daf) mehrfach die Autoren den heteroplaflifchen Erfatz diefes Gewebes verfuchten, mehr experimentell als praktifch, weil Faszie im Körper hinreichend zur Verfügung fleht. Audi in diefen Blättern wieder ­ holt erwähnt ifl die Methode von Schubert, mit den von der Firma B. Braun-Melfungen präparierten Rinderperikard-Streifen gynäkologifche Prolapsoperationen mit beflem Erfolg auszuführen. Verfaffer hat dies ganze Gebiet nun betrachtet von der Frage- flellung der »lebenden« Nähte und Ligaturen aus. Er führt aus, daji («hon die Verwendung von Katgut hierher gehört, und daf> dies tierifche Ge- websmaterial Gewebsreaktionen hervorbringen muf, die in das Gebiet der anaphylaktifchen Entzündung hinüberfpielen. Vom Katgut unterfcheidet fleh der Faszienfaden dadurch, dafs er erheblich (Hiwerer reforbierbar, aber ohne befondere Sterilifationsverfahren unbedingt keimfrei fei. Verfaffer kam auf die Faszienfäden, weil (ich bei der Sufpenfion (chwerer Hänge- brüfle felbfl dickes und (chwer reforbierbares Katgut als nicht wider- flandsfähig genug erwiefen hatte. Vor der Verwendung beim Menfchen wurde nun eine größere Zahl von Tierexperimenten ausgeführt mit Faszienflreifen, die von Menjch, Hund, Kaninchen und Rind entnommen, in l°/oigem Formalinfpiritus konferviert und nach einer Woche bis nach 21 Monaten unterfucht wurden. Selbfl nach 21 Monaten war der Faszienfaden bei diefer Konfer- vierung außerhalb des Körpers noch ein guterhaltenes, derbes zugkräf ­ tiges Band, das mikrofkopi(ch feine Struktur mit voller Deutlichkeit er ­ kennen liefe Die Einheilung frifch entnommener Faszienflreifen anderer Tiere gelang nicht bei allen Tieren gleich, am beflen beim Hund, am wenigflen gut beim Meerfchweinchen. Wo die Einheilung erfolgte, war die Faszie noch nach Monaten gut erkennbar und auch im mikrofkopifchen Bilde gut erhalten. Danach wurden konfervierte heteroplaflifche Faszien in 2—3 mm Stärke implantiert, die teils in Kochfalzlöfung, teils in l'V'riger alkoholi-