72 wert zu schauen. Andere waren so lange Zeit im Gefängnisse, daß ihr Gewand ganz zerschlissen war; sie hatten kein Geld, um ein neues zu kaufen, und manche waren daher in einem solchen Zustande von Nacktheit, daß sie sich von ihren Sitzen nicht zu er ­ heben wagten, als die Fremden vorbeischritten, um, wie die anderen taten, unsere Mildtätigkeit anzuflehen und uns zu bitten, zu ihren Gunsten uns zu ver ­ wenden. Manche hatten buchstäblich weder Hosen, Schuhe noch Strümpfe, nur eine alte Zacke und Lumpen, welche das Hemd vorstellen sollten. Es war ein erbärmlicher Anblick. Das Haus möge sich vorstellen, daß damals kaltes Zanuarwetter herrschte... Das Essen, was sie hatten, würde man keiner Katze in England vorsetzen. Zch legte ein Stück Brot auf den Boden und trat mit dem Fuße darauf; es war so hart, daß ich nicht den leisesten Eindruck erzielte. Lord Lennox schildert weiter des längeren einen Besuch in dem Vicariagefängnisse der Stadt Neapel, wo in für 600 berechneten Räumen 1200 Mann ein ­ gepfercht waren, als sie hörten, ein vornehmer Eng ­ länder sei der Fremde, stürzten sie auf ihn zu, rangen die Hände und boten dergestalt eine tief erschütternde Szene, welche ihn an die Verdammten in Dantes „Znferno" erinnerte. Zuletzt besichtigte der Lord die Festung Nisida, wo nur verurteilte „Verbrecher", da ­ runter Graf de Christen und andere Herren, sich be-