341 ists Winter geworden. Zauberisch sauber, in weis; gezuckert, liegt die Landschaft da und friedlich lacht die Sonne, als ob nicht weit draußen die Männer aaßeinanderschlügen und als ob nicht in jedem Augenblick Terror und Tod über uns hinwegfliegen oder auf uns einstürzen, könnten. Daran denken wir. Und dennoch! Wir freuen uns der schönen Stunde, die die unsichtbar« Allmacht uns schenkt. Wir nehmen aus ihr neue Kraft für unser Alltagswerk. Ueber die lange Eiche, die Schleifgasse und die Hasenlücke schaut die liebe Sonne in dieser Morgenstunde strahlend in unser Tal, die breite Feldlage von Pfieffe ist schon fchattenfreii. Klar grüßen die Dächer von Kriegs Mühle herüber. Die Wäl ­ der an der Franzosenstraße mit der Tanzbuche als höchstem Punkt, bilden im Osten den Hintergrund. Graue und weiße Wolken liegen wie eine wuchtige Mauer darüber. Am Stadtbad vorbei glitzert die Pfieffe ihr silbriges, mannigfach gewundenes Band. Noch sendet die tiefstehende Sonne lange Schattenstreifen quer durchs Tal, wie sie drüben vom Wildsberg bis nach Mörs ­ hausen reichen. Die Höhen mit dem dunklen Markwald und der Lichtung von Elfershausen schieben sich im Westen jenseits der Fulda wie ein starker Riegel vor unser Tal. Hell wird im Augenblick das Dachwerk des Schlosses angestrahlt. Die Fen ­ ster glitzern in den Morgen. Der Herrgott läßt seine Sonne eben über Guten und über Bösen scheinen. Eigenartig, wie das Schicksal spielt. Da oben aber saßen einst im grauen Mittelalter Raubritter als Herren — und heute ? Hinter dem Schloßberg lugt der Malsberg und der Rosen ­ berg mit den freundlichen Häusern von Kaltenbach hervor. Bor meinen Augen, drüben in Goldhenners Garten, springt ein Eichhörnchen vom Zaun zum Busch und vom Busch zum hohen Nußbaum, um sich spielerisch in ihm hochzuwinden und sich schnell zu verstecken, als die blonde Anneliese mit der Milch ­ kanne für die kleineren Geschwister forsch durch das Schulgüßchep geschritten kommt. Der Buntspecht, der eifrig wie jeden Tag in Zinns Garten seinen dürren Ast abklopft, läßt sich dagegen nicht in seinem Frühstück stören. Er hämmert weiter. Zierlich neigen in ihrem leuchtenden Gelb die Schäfchen der Nuß« baumblüten über den Zaun und sagen uns, daß bald der Frühling kommt. Die Morgenglocken klingen weit ins Tal. Vielleicht klingen sie im Erinnern in dieser Stunde auch Euch im Norden, im Osten, im Süden und Westen. Die Heimat ist Euch für Euren ausdauernden Einsatz dankbar und grüßt Euch herzlich mit allen guten Wünschen und einem gläubigen Heil Hitler durch Euern Ortsgruppenleiter Th. Senner. Ortsgruppe Felsberg Wieder sank ein Fahr ins Meer der Unendlichkeit. Heraus stieg ein neues Fahr, von dem wir noch nicht wissen, was es uns an Schwerem bringt, was es an Opfern von uns fordert. Eines aber wissen war: Die uns vom Schicksal gestellte Aufgabe müssen wir lösen. Gehen wir unseren Weg furchtlos und zuver ­ sichtlich, so wird die Erfüllung des „Traumes vom Reich" Wirklichkeit. Verwirklicht auch wird das Verlangen nach freier und sonnenvoller Erfüllung des Lebens. An der Kraft unserer Seelen wird die Seelenlosigkeit der Feinde zerbrechen. Weder Fhr, Kameraden an den Fronten, noch die Abbeitskameraden in der Heimat könnten sich ein anderes siegreiches Ende dieses Ringens zweier Weltanschauungen denken. Oder könntest Du Kamerad, Dir vorstellen, daß es einmal eine Weihnachtszeit gebep könnte, in der kein Baum brennt, keine Lieder aufklingen, dcch die ganze vorweihnachtliche und weihnachtliche Stimmung, die wir trotz mancher Nöte auch beim letzten Fest fühlten, ein Raub finsterer Gewalten würde? Nein, Du kannst das nicht. Du fühlst, wie hier Dein Volk, für das Du Dich einsetzest, in seinem Volks ­ tum die tiefe Quelle des Lebens verborgen hält, die uns Deutschen das Leben erst lebenswert macht. Volkstum ist Heimat der Seele für die Festigkeit, das Durchhalten, die Entscheidung im Kampf und Tat von Mann und Frau, von Soldaten, Arbeitern und Bauern. Wir alle kennen die seelischen und natürlich auch die materiellen Werte, für deren Erhaltung unser Volk angetreten ist in einem Ringen, in dem die Heimat ihr Bestes gibt, um Euer, Kameraden der Front, würdig zu sein. „Sieg durch Glauben" war das Thema, über das dev Kreisschulungsleiter, Pg. Elb recht, am Jahresende in einer Parteimitgliederversammlung sprach. Diesen Geist atmete auch die morgendliche Politische Leiterzusammenkunft zum Jahresbeginn. Die Feier am 30. Januar im Schwanenfaal stand unter dem Motto: Der Sieg wird unser sein! Leider brachten sowohl das zu Ende gegangene wie auch das beginnende Jahr Trauerkunden. Vor dem Feinde blieben Ober- gefr. Fakob Senge, Gefr. Hans Breiter, Ferdinand Bern ­ hardt und Uffz. Hch. F m m i n g. Am 28. Fanuar bewegte sich ein langer Trauebzug durch unser Städtchen. Wehrmacht, Partei, alle angeschlossenen Ver ­ bände und viele Bürger gaben dem Flieger Georg Rejnbolddas letzte Geleit. Ein einsatzfreudiger, lieber junger Kamerad trägt, uns unsichtbar, das Siegesbanner voraus. Auf Urlaub weilte der schon als vermißt gemeldete Grien Hch. Eckhardt nach seiner zweiten Verwundung. Gefr. Kar/ Reitz benutzt den Urlaub nach seiner schweren Verwundung dazu, in seiner alten Stelle an der Stadtsparkasse tätig zu sein. Außerdem waren in der Heimat: Gefr. Theile, Uffz. Hochhaus, Stabsgefr. Schütz, Obergefr. Wolf, OP.-Mann Thielemann, Obergefr. Griesel, Gpen. Schließer, Oberg^r. Henkel, Obergefr. Wagner, Gefr. Dittmar, Uffz. Kurzrock, Oberarzt Dr. Roepke, Berw.-Fnsp. Heil, Uffz. Alter, Hptm. Schließer, Obergefr. Bernhardt, Feldw. Beck, Lt. Brede, Obepgefr. Servos, Uffz. Stock, Gren. Haupt, Gefr. Kiebach, Obergefr. Fleischhut, Ober- zahlm. Knöpfet, Uffz. Lohmann, Uffz. Maifarth, Feldw. Schrei? ber, Gefr. Witzel, Gefr. Hell, OT.-Mann Füllig, StuÄmmann Simmling, Gefr. Lieberum. Gefr. Heise, Lt. Bölp, Obergefr. Kalsow, Obersotdat Lichau, Gefr. Schwarz, Obergefr. Hans Wagner, Gefr. Griesel, OD.-Mann Schanz, Gefr. Wüstemann, Obergefr. Schaub, Stabsgefr. Lumm, Obergefr. Karl Schaub Pion. Wiederhold. Gefr. Hans Fenge, Feldw. Dr. Muster!, Oberpion. Schneider, Gefr. Mehrling, Soldat Schiebeler, Pion. Brandenstein, Obergefr. Brömel und Obergefr. Georg Schaub. Das hiesige Standesamt weist für Dezember 1943 und Fanuar 1944 folgende Eintragungen auf: Geburten: Karl Hein/ Heller, Gertrud Sieglinde Strippel, Renate Nerling, Christa Fingerhut. Eheschließungen: Obergefr. Karl Wolf aus Altenbur^ mit Hildegard Arnold,- Fohann Bernhardt mit Elisabeth Rer- Feldw. Hch. Christian Belz, Gießen, mit Martha Großkurth. Sterbefälle: Emil Zapp. Fn Lohre wurden geboren: 2 Mädchen. Es sind dies die Töchter von Ernst Pippert und Ernst Strack. Es heirateten: Walter Strack und Elisabeth Kördel; Heinrich Wingefeld und Elisabeth,' Becker; Wilhelm Scherp und Else Dittmar. Gestorben ist Auguste Heine!. Es fielen im Freiheitskampf Hermann Kn au st und Adam Cybik. Es grüßt Euch mit den besten Wünschen und Heil Hitler! die Ortsgruppe Felsberg durch Euren B. L e n g e m a n it