340 Blick zum Schloß Spangenberg. Foto: 5) e i n e l. Vor dem Standesamt Spangenberg wurden im Jahre 1943 23 Ehen geschlossen. 2n der letzten Zeit waren es zu-- meist Soldatenhochzeiten. Es heiratete im September der Geft. Herbert Hoffmanu aus Klu-Iurra die Herta Schellhase, im Ok ­ tober dev Ton Künstler Reinhard Wolfs-Berlin die Dolmetscherin Fuge Müller gus Berlin, der Maurer Karl Heinrich August Schaumburg aus Nienhagen die Textilarbeiterin Gertrud Jacob, der kaufmännische Werksangestellte Albert Reinhold Beer aus Darmstadt die Webmeifterin Gertrud Else Vogel und der Schreinergeselle Christian Happach die Maria Nehm, im No ­ vember der Stabsgefreite Otto Vaupel aus Kirchhain die Auguste Ciffert und der Obergefreite Eduard Frank die Anna Elife Clobes aus Schnellrode, am Heilig-Abend der Gefreite Jakob Möller aus Melsungen, die Dora Riehm aus Schnell ­ rode. Das erste Ehepaar des neuen Fahres sind der Installateur und Obergefr. Georg FleischmaNn und die Katharina Koller geb. Laubach. Auf Grund des Terrorangriffs auf Kassel starben hier in letzter Zeit auch einige auswärtige Volksgenossen. Ich führe Euch nachstehend jedoch nur die Spangenberger auf, die seit vergangenem Herbst durch den Tod aus unseren Reihen ge ­ rissen wurden. Es sind dies: Der Hegemeister i. R. Jürgen Friedrich Dirking, die Witwe Anna Martha Arnhold geb. Schreiber, der Invalide und langjährige Stadtarbeiter Georg Eckel, die Witwe Anna Katharina Ludolph geb. Weppncr, der Schuhmachermeister Konrad Entzeroth, dann der zweitäliteste Ein ­ wohner unserer Stadt Schuhmachermeister Wilh. Carll, er bat ein Alter von 90 Jahren erreicht. Ferner die Anna Elisa ­ beth Schmidt geb. Jakob, die Konradine Werner geb. Kerste, Witwe des Stadtschreibers Heinrich Werner, und schließlich der Lehrer i. R. Heinrich Pfeil. Er hatte kurz vor seinem Tode in völliger geistiger Frische sein 80. Lebensjahr vollendet. Arnhold Rübenköndg, der nach seiner Kriegsteilnahme im Werk von Eberhardt rüstig geschafft hat, wurde Anfang Dezember lltn Krankenhaus zu Melsungen plötzlich! und unerwartet vom Tode abberufen. 3m Geburtenbuch von Spangenberg sind im Jahre 1943 55 Geburten eingetragen. 1942 waren es dagegen nur 42. 1941 45, 1940 41 und 1939 57 Geburten. Wir haben also so ­ zusagen den Vorkriegsstand erreicht und erbringen damit das beste Zeugnis für den Lebenswillen von Front und Heimat. Die Kinder von Spangenbergern find seit dem Herbst: Willi Wolfgang Kirchner. Dörnbach, bei Hptm. Löffert kam der Stammhalter Udo an, Claus Bödicker, Klosterstraße, Georg August Breßler. Bürgertor, Helmut Niedt, Bratekachel. Sieg ­ fried und Horst Sinning, Zwillinge bei Georg und Martha Sinning im Iunkerhaus, Ernst Justus Kratt, Schafhof. Claus Beter Hedderich, Schiffhöfe. Der erste Ankömmling im neuen Jahr ist die Rosemarie Susdorf am Obertor. Das gelinde Wetter der letzten Zeit ließ manche Arbeit zu, die sonst ini Winter nicht möglich ist. So baute Ludwig Rü ­ diger seiUe Gartenlaube kurz entschlossen in ein richtig bewohn- bäres Blockhaus um, als Pg. Dr. Ley die Parole gab, Bef- helfsheime zu bauen. Die Stadt stellte den Bauplatz zur Verfügung. Und nun steht das Häuschen unter den Kiefern vom ..Buddenwäldchen", als wenn es dahin gehörte und schon immer da stand. Die Familie Rüdiger ist glücklich darin. Stolz kann der Hausvater sein, der als Invalide mit seines Kopfes und seiner Hände Arbeit alles allein geschafft hat, genau wie Kuno in der Liebenbachsage. Er hat vorbildlich gezeigt, was Selbst ­ hilfe ist. Ich hoffe, viele machens ihm nach. Denn die Behelfss- heime werden gebraucht. Die Partei mit der Ortsgruppe und die Stadt werden helfen, soweit sie nur irgend können. Fünf Baustellen sind schon ausgeschachtet, an einer sind die Mauern hoch. Aber vor allem Oswald Eberhardt hat sein Be ­ helfsheim schon lange fertig und es zwei ausgebombten Familien aus Kassel zur Berfügung gestellt. Es sieht recht schmuck aus und dürfte das erste bewohnte Behelfs ­ heim i m Gau K u r h e s s e n s e I n. In Elbersdorf ist bei Willhuhns ein Töchterchen Margret angekommen. Hein ­ rich Hupfeld in Ackermanns Haus mar 'Weihnachten in Urlaub. Noch ehe das Jahr zu Ende ging, starb sein Pater nach kuvzem, schwerem Ringen an dem alten Leiden, das ihm Steinmetzknüppel und Eisen vorzeitig aus den geschickten Händen genommen hatte. Sonst konnten wir im Urlaub sehen: Obergefr. Konrad Stöcker. Obergefr. Friedrich Bachmann und Wilhelm Herwig, Uffz. Willi! Blumenstein. Obergefr. Erich Krause, Gefr. Heinrich Blu ­ menstein, Obergefr. Karl Bernhardt, Gefr. Wilhelm Lückert u. a. Obergefr. August Biermann schreibt aus dem Osten. Er grüßt alle Kameraden in der Heimat und an den Fronten. In Mörshausen waren u. a. im Urlaub Fritz Strube, Heinrich Schmoll, Georg Werkmeister, Ernst Köpperling, Ernst Koch. Martin Siemon erhielt das Kriegsverdienstkreuz mit Schwertern 2. Klasse. Aus dem Osten erreichte uns die Nachricht, daß Justin Reinbold den Heldentod gefunden hat. .Adolf Reinbold schreibt als Unteroffizier der Ortsgruppe aus dem Osten. Er läßt alle Kameraden, besonders die vom Sturm 15/173, herzlich grüßen. Bei Georg Wagner und Frau ist das dritte Töchterchen. klein Waltraud, geboren. Frau Marth geb. Hellwig ist kurz nach dem Tode ihres Sohnes Wilhelm gestorben. Unerwartet wird Euch die Nachricht treffen, die wir heute erhielten. Im Krankeni- haus zu Hersfeld ist heute der Bauer Pg. August Schmidt einen? schweren Lungenentzündung — 50 Jahre alt — erlegen. Unsere Volksgenossen aus Kassel haben sich bei dem milden Wetter hier gut eingelebt. Am 22. 12. hielten wir mit ihnen eine schöne Weihnachtsfeier. Es gab Berge von Kuchen und Brezeln für die Kinder und allerlei Unterhaltung und Spiele. In Nausis ! waren Gustav Hehlgans aus dem Westen, Fritz Jung und Hein ­ rich Bücking aus dem Süden und Georg Kehl aus dem Osten zusammen als Urlaubsgäste. Der Mafch.-Obergefr. Christian Knoche wurde für besondere Tapferkeit mit dem EK. 2. ausgezeich ­ net. Im nächsten Urlaub will erheiraten. Wen. hat mirMell- Hans nicht geschrieben: aber das werdet Ihr schon wissen. Mit un ­ seren Bombengeschädigten hatten wir im Schulsaal eine hübsche Weihnachtsfeier. Das ganze Dorf war erschienen. Den Höhe ­ punkt brachte der Weihnachtsmann mit seinen Gaben für die Kleinen und mit Humor und Witz für die Altem Schließlich meldet Stolzhausen noch eine Auszeichnung. Der Gefr. Franz Heintzeroth erhielt das EK. 2 für tapferen Einsatz im Kampf gegen den Bolsche ­ wismus. Die anderen Dörfer kommen das nächste Mal zu Wort. Nun sende ich Euch noch einen Sonntagsgruß. Lange hatten wir keinen Winter, vom Oktober bis jetzt war fast immer Novemberwetter. Kein Kind brauchte mit seiner Zippe, seinem Rodel, oder seinen Brettern auf der Bratekachel, der Gickelhahnsrutsche oder gar „auf der Höhle" vor den „Schandarmen" auszureißen. Jeder Fremde in Feldgrau oder Zi ­ vil konnte wohl über unsere steilen und holprigen Gassen, nicht aber auch noch über Gleitglätte meckern. Aber heute, zum Sonntagmorgen, jauchzen die Kinder hell auf, denn über Nacht