( 4 ) Das schauervolle Wirklich zu vergessen, Entflieht der Mensch zum selbstgeschaffnen Reich Der Kunst. Hier bildet er sich eigne Menschen, Ein eigenes Geschick, und theilt der Freude Kronen, Den Sieg, das Glück, dem Urbild reiner Tugend Gefällig zu, und freut sich der Gewalt, Die er dem Schicksal abzuringen glaubt. Hier ist der Seegensborn der höhern Wonne, Der reinsten Seligkeit im Erdenleben — Der Freudenthräne! Hier ist noch der Ort, Der Einz'ge, wo das Herz bey fremden Leiden Hochschlagend seinen eignen Schmerz vergißt. Und so den Funken schöner Menschlichkeit Im halb erstarrten Busen wach erhält. — Hier darf er ungestraft uoch fremde Thorheit Belachen — und sich selbst. Doch allzuschnell vertilgt das rohe Leben Den flücht'gen Eindruck dieser Augenblicke; Und wie der Schatten von der Bühne, schwindet Hin das Empfundene auch aus der Seele. Die wen'gen schwachen Bilder ins Gedächtniß Zurückzurufen, weih ich diese Blätter Der Rückerinnerung. Noch einmal mögen Die Ideale der Schattenwelt Am kunstgeübten Aug' vorüberschweben. Ich zieh den Vorhang auf, und wünsche schweigend, Daß dieses Opfer einer guten Meinung Mit gutem Willen aufgenommen werde.