OFFENBARUNG 239 des göttlichen Namens. Aus dem geoffenbarten Namen Gottes leben ihr Leben die verfaßte Gemeinde und das verfaßte Wort bis auf den heutigen Tag, bis auf den gegenwärtigen Augen ­ blick und bis in das eigene Erlebnis. Denn wahrhaftig, Name ist nicht, wie der Unglaube immer wieder in stolz=verstockter Leere wahrhaben möchte, Schall und Rauch, sondern Wort und Feuer. Den Namen gilt es zu nennen und zu bekennen: Ich glaub ihn. D ie Offenbarung ist also gleich notwendig wie die Schöp ­ fung; denn der Name ist gleich notwendig wie das Ding und doch nicht auf das Ding »zurückzuführen«, wenn auch andererseits das Ding notwendige Voraussetzung und stumme Voraussage seines Namens ist. Es war der ungeheure Irrtum des Idealismus, daß er meinte, in seiner »Erzeugung« des All sei wirklich das All ganz enthalten. Jenen Irrtum hatte unsere Zerstückelung des All im ersten Teil beseitigen sollen. Im Ge ­ danken der Schöpfung hatten wir dann den Wahrheitsgehalt des Idealismus aufgezeigt und zugleich begrenzt. Der Idealis ­ mus hatte sich uns erwiesen als eine Konkurrenz nicht mit der Theologie überhaupt, sondern nur mit der Theologie der Schöpfung. Von der Schöpfung hatten wir den Weg zur Offenbarung gesucht und waren so in die Helle eines Welt ­ mittags gekommen, in welcher der idealistische Schatten, den die erschaffenen Dinge im schrägen Strahl der Weltmorgen ­ sonne warfen, einschrumpfte bis zum völligen Verschwinden. Jene Schatten hatten im Reich der Nacht sich eine Schein ­ lebendigkeit anschlafen können; im Reich der geschaffenen Dinge konnten sie wenigstens als die Begleiter einzutreten nicht verhindert werden, welche die runde und bunte Wirk ­ lichkeit der Dinge ins Flache zerrten und in gespenstisch grauen Bildern nachäfften. Aber ins Reich der offenbarten Namen ist ihnen der Eintritt versperrt; kein Überhaupt, kein Wenn und So, kein Einerseits und Andrerseits, kein Irgendwo und Irgendwann tritt durch diese Pforte. Der »Gegenstand« sieht seinen Platz drinnen schon von Namen besetzt, das »Ge ­