SCHÖPFUNG 183 gerade vor ihr steht, so das einzelne Wollen nicht um die höchste Persönlichkeit, sondern nur um die Persönlichkeit des Menschen oder der Gemeinschaft, vor der es gerade steht. Aber die Philosophie erschwingt freilich auch diesen äußersten Punkt so gut bei der Gegenständlichkeit wie bei der Persön ­ lichkeit. Und wie im Ding an sich die Dinge erzeugende Un- erschöpflichkeit des erkennenden Ichs ihre Be=dingung und also ihr Bishierherandnichtweiter fand, so findet die seine Per ­ sönlichkeit immer wieder neu gebärende Hingabe des Wollen» den ihr Ziel in der höchsten Persönlichkeit. In »A=A« findet sich der Wille nicht mehr wieder, hier gibt er sich auf, wie das Erkennen im B=B des Ding=an=sich zerschellt, — ohne Aussicht auf Wiederauferstehung. Wer ist dies »A=A«? Es ist Persönlichkeit, aber eine, in der sich der menschliche Wille nicht mehr wiederfindet, so wenig wie das Erkennen sich noch wiedererhebt, wenn es einmal beim Ding an sich angekommen ist. Es ist ganz offen ­ bar — und der Idealismus hat diese Konsequenz nicht ge ­ scheut — die Persönlichkeit Gottes. So hat also der Idealismus vollbracht, wessen er sich von Anfang an vermessen hatte, als er das Ich zur Wurzel des Erkennens machte: Gott ist zum Gegenstand geworden, zum absoluten Gegenstand zwar nicht des Erkennens, aber des Wollens. Gott als Persönlichkeit, wenn auch absolute Persönlichkeit. Absolute Persönlichkeit ist ja eigentlich ein Widerspruch. Die Formel der Persönlich ­ keit, B=A, charakterisiert sie als einen Weltinhalt unter andern. Wenn Gott absolute Persönlichkeit genannt wird, so kann das nur heißen, daß er die Helle ist, in der alle Persönlichkeit ver ­ blaßt, daß er aber auch weiter nichts ist als diese Grenze aller menschlich=weltlichen Persönlichkeit. Ihn etwa, sowie er hier »entsteht«, als absolutes Ich anzusprechen, geht nicht an und ist auch im Idealismus nicht geschehen. Nicht absolutes Ich, sondern absoluter Geist ist der Name, den der Idealismus ihm geschöpft hat. Kein Ich also, sondern ein Er, — nein, weniger als Er: ein Es. Der Gegenstand bleibt Gegenstand, auch nachdem er Gott geworden ist. Aber an diesem Punkte