H 4 ZWEITER TEIL: ERSTES BUCH als Nein, als Ja, gleichwie man die Einsätze eines Koffers in umgekehrter Reihenfolge auspackt, wie man sie eingesetzt hat. So skurril das Gleichnis scheint^ so ernsthaft dürfen wir es doch gebrauchen. Denn jene Akte, in welche die Geburt aus dem Grunde zerfällt, insbesondere die beiden ersten, wachsen nicht dialektisch der zweite aus dem ersten hervor; das Nein ist nicht die »Antithesis« des Ja, sondern das Nein steht dem Nichts in gleicher Unmittelbarkeit gegenüber wie das Ja und setzt für sein Hinzutreten zum Ja nicht das Ja selbst, sondern nur das Hervorgegangensein des Ja aus dem Nichts voraus. Wie ungeheuer wichtig dies gleich unmittelbare Verhältnis der beiden Akte zu ihrem Ursprung, der Gegensatz also der hier angewandten Methode zur dialek ­ tischen ist, wird erst im Verlauf dieses Teils klar werden können. Aber das vollkommen Zutreffende des Vergleichs mit dem Einpacken der Koffereinsätze und infolgedessen auch des Vergleichs mit dem Auspacken hat hier seinen Grund. I n Gottes Schaffen als dem Anfang seines Sich = äußerns, äußert sich also die in seine Lebendigkeit mit dem Urnein eingemündete göttliche Macht. Aber diese Macht, die von der göttlichen Freiheit, also seinem Urnein, herkam, tritt jetzt neu hervor nicht mehr als Nein, sondern als Ja. Als Ja, also nicht als einzelner sich im Krampf der Selbstverneinung aus Gott losringender »Akt«, sondern als ruhige, wesenhaft ins Dau ­ ernde hinausgestellte, unendliche »Eigenschaft«. Gottes bisher im metaphysischen Jenseits des Mythos verborgene Gestalt tritt ins Sichtbare heraus und beginnt aufzuleuchten. Gottes Gestalt — denn was ist es anders als Gestalt, was uns erlaubt zu sagen, er habe eine wesentliche »Eigenschaft«. Es ist die einzige Eigenschaft; alles andre, was diesen Namen be ­ ansprucht, tut es, wie wir sehen werden, zu unrecht. Vor seinem Aussichheraustreten kann Gott überhaupt keine Eigen ­ schaften haben; denn Eigenschaft ist das Äußerliche, dem gegenüber der Träger der Eigenschaft etwas schlechthin Inneres ist, das sich eben erst in den Eigenschaften äußert. In