METAETHIK *1 Freiheit, einer sehr andern zwar als der göttlichen. Denn Gottes Freiheit war infolge ihres unendlichen und ganz pas ­ siven Gegenstandes, des göttlichen Wesens, ohne weiteres unendliche Macht, das heißt: Freiheit zur Tat. Die Freiheit des Menschen aber wird auf ein Endliches, wenn auch Un ­ begrenztes, nämlich Unbedingtes, stoßen; so wird sie selber schon in ihrem Ursprung ein Endliches sein. Nicht bloß, wie ja auch Gottes Freiheit, endlich in der stets erneuerten Augen- blickshaftigkeit ihres Hervorschießens; das wäre die Endlich ­ keit, die schon gefordert ist durch das unmittelbare Hervor#, springen aus dem verneinten Nichts; denn alle Verneinung, soweit sie nicht nur die in der Form der Verneinung ge ­ schehende unendliche Bejahung ist, setzt ein Bestimmtes, End ­ liches. Nicht bloß also eine solche Endlichkeit, wie sie auch Gottes Freiheit hat, sondern eine ihr selber abgesehen von ihrem Hervorgang innewohnende Endlichkeit ist die Endlich ­ keit der menschlichen Freiheit. Die menschliche Freiheit ist endliche, aber infolge ihres unmittelbaren Ursprungs aus dem verneinten Nichts unbedingte, unbedingte, Nichts und nur Nichts und keinerlei Ding voraussetzende Freiheit. Sie ist also nicht, wie die Gottes, Freiheit zur Tat, sondern Freiheit zum Willen; nicht freie Macht, sondern freier Willen. Das Können ist ihr, im Gegensatz zur göttlichen Freiheit, schon in ihrem Ursprung versagt, aber ihr Wollen ist so unbedingt, so gren ­ zenlos wie das Können Gottes. Dieser freie Wille ist endlich und augenblickshaft in seinen Äußerungen, wie es die weltliche Erscheinungsfülle ist. Aber im Gegensatz zu dieser begnügt er sich nicht einfach mit seinem Dasein und kennt ein andres Gesetz als das der eigenen Schwere; er stürzt nicht, er hat Richtung. Sein Symbol ist also wie bei der Erscheinungsfülle ein B auf der linken Seite der Gleichung, aber zum Unterschied kein einfaches B, sondern ein »B=«. Das Symbol hat also dieselbe Form wie das Symbol der göttlichen Freiheit, »A-«, aber den entgegengesetzten Inhalt, — der freie Wille ist so frei wie die freie göttliche Tat; aber Gott hat keinen freien Willen, der Mensch kein freies