METAPHYSIK 33 lichkeit, also gerade in seiner »Positivität«. Deshalb müssen wir das Nichts des gesuchten Begriffs an den Anfang stellen; wir müssen es in unsren Rücken bringen; denn vor uns liegt als Ziel ein Etwas: die Wirklichkeit Gottes. Gott also ist uns zunächst ein Nichts, sein Nichts. Vom Nichts zum Etwas, oder sagen wir schärfer: vom Nichts zu dem, was nicht Nichts ist — denn wir suchen kein »Etwas« — führen zwei Wege, der Weg der Bejahung und der Weg der Verneinung. Die Bejahung, nämlich des Gesuchten, des Nichtnichts; die Verneinung, nämlich des Vorausgesetzten, des Nichts. Diese zwei Wege sind untereinander so verschieden, ja so entgegengesetzt wie — nun eben wie Ja und Nein. So sind auch die erreichten Punkte nicht etwa einerlei mit dem, der vorhin als das »Gesuchte« bezeichnet wurde, sondern untereinander verschieden — wieder wie Ja und Nein. Das Ja gilt dem Nichtnichts, das Nein dem Nichts. Bejahung des Nichtnichts setzt — wie jede Bejahung, die durch Verneinung geschieht, — ein Unendliches, Verneinung des Nichts setzt — wie jede Verneinung — ein Begrenztes, Endliches, Bestimmtes. Wir sehen also das Etwas in zweierlei Gestalt und in zweierlei Verhältnis zum Nichts: einmal als seinen Anwohner und einmal als seinen Entronnenen. Als Anwohner des Nichts ist das Etwas die ganze Fülle alles dessen, was nicht Nichts — ist, in Gott also, da wir außer ihm hier nichts kennen, die ganze Fülle dessen, was in ihm »ist«; als Entronnener hin ­ gegen, der soeben das Gefängnis des Nichts brach, ist das Etwas nichts weiter als das Ereignis dieser Befreiung vom Nichts; es ist ganz bestimmt von diesem seinem einen Erlebnis, in Gott also, dem von außen, mindestens hier, nichts geschehen kann, ganz und nur Tat. Ohne Ende entquillt so dem Nichts das Wesen, in scharfer Begrenzung entbricht ihm die Tat. Beim Wesen fragt man nach dem Ursprung, bei der Tat nach dem Anfang. Aus guten Gründen gehen wir hier zunächst nicht über diese bloß formellen Bestimmungen hinaus; wir wollen uns