74 Statt Ungewißheit trügen — wär' die Wahl — Sie alle lieber der Verzweiflung Qual. Der Herbst verrann. Der Winter naht mit Stürmen, Und wieder glänzt der Himmel weit in's Land, Schneemassen sich im Weg zu Bergen thürmen; Ist das ein Nordlicht? Oder Schlachtenbrand? Schon sichtbar leuchten Flammen weit umher! Des Himmels Roth sich nähert mehr und mehr. Die von Marienburg am Wege steh'n: „Seht! Wandrer! Ist das Konrad? Sind das Krieger? Sie waten durch den Schnee — weit ist's zu sehn. — Wie grüA man sie? Als Flüchtlinge? Als Sieger? Wo blieb der Rest?" — Konrad, die Hand erhoben — Der Anblick kündet sein geheimes Weh! — Zeigt auf die Schaar, die, weitumher zerstoben, Ohn' Ordnung irrt, und tief versinkt im Schnee. Das drängt und tritt sich, gleich wie eine Schaar Gewürm's, vereint in engen Krugs Bereiche: Hinunterstürzt, was kaum geklommen war Hinan auf Leichen — selber eine Leiche. Die Einen noch mit starren Füßen wandern, Festfroren an den Weg im Lauf die Andern: Noch hält manch' steh'nder Leichnam hoch die Hand, Wegweiser gleich, hinan zur Stadt gewandt.