RUODLJEB. 229 Übrigens wird das, was uns lateinische dichter vom be ­ ginn des zweiten jalirtausends unsrer Zeitrechnung em ­ pfehlen kann, am allerletzten der bau ihrer verse sein, es wird nicht in den Worten und formen einer blos angeschulten spräche bestehen. Was wir vor allem suchen, sind Sachen, aufsclilüsse über innere und äufsere zustande der damaligen, in wissen und meinen, in sinnen und trachten, in kunst und art und sitte von unsrer heutigen gar sehr verschiedenen bürgerlichen ge- sellschaft. Und an solchen aufschlüssen lafst uns auch unser Ruodlieb, schon in den vorliegenden fragmenten, nicht leer ausgehen. Denn die gestalten und färben, Umgebungen und gesinnungen, die der dichter seinen lieldeu verleiht, kann er zum gröfsten theil nur aus dem, was er selbst erfahren und mit angeschaut, ent ­ nommen haben. Man vergleiche über kleidung II, 93. V, 45, XIII, 91 ff., rüstung I, 18 ff., kunstwerke III, 309 ff., münze III, 323, spiele II, 187 ff. VIII, 60, musik, tanz VII, 25 ff. Wirtschaft IV. 15 ff., tisch- sitte V, 1 ff. X, 10 ff. XIII, 8l ff., hochzeitgebräuche XIII, 28. XIV, 38 ff., rechtsübung VI, 14 ff. Dafs eine composition, die sich nicht blofs auf dem gehalte ­ nem historischen oder religiösen und ascetischen gebiete bewegt, auch manches für die media latinitas werde gewinnen lassen, ist klar. Sollte sich fast alles bei Ducauge finden, so werde n doch neue belege will ­ kommen sein. es schien der muhe werth die auffal ­ lendem ausdriicke zusammenzustellen. aenesis XIV, 88 laudatio, assensio. aequipedara IT, 240 vom pferde. Jfri X, 42. XV, 5. africanus X, 47. amphiprehensus 111, 1. 164 circumdatus.