© Hessisches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm Nr. L 72 W ALTIIARIUS. aber nun seine anspriiclie mit denen Eckeliards zu ver ­ einbaren? ein plagiat, überhaupt eine Unwahrheit läfst sich weder von dem sittlichen und gelehrten character Geralds argwöhnen, noch bei Erkanbalds unbezweifel- barer Vertrautheit mit allen sanctgaller Verhältnissen glauben. Entweder hatten beide, Eckehard und Gerald v^.^-227. xq gemeinschaftlicher jugend die arbeit vorgenommen, und letzterm ist sie in der schule längerer, fortgesetzter Sorgfalt werth geblieben ; oder der vierte Eckehard könnte sich, wenigstens fünfzig jalire nachher, über den eigent ­ lichen Verfasser irren, freilich grade bei einem werk, das ihn selbst näher beschäftigte. Wären ihm , zu Mainz und Sanctgallen, abschriften des gedichts mit dem geral- dischen prolog verborgen geblieben ? eben die glaublich älteste aller jetzt erhaltnen handschriften, die pariser, hat ihn, und keine einzige trägt Eckehards namen an ihrer spitze, hätten blofs die schlufsverse des gedichts, die einen jugendlichen versuch bekennen, den gedanken auf Eckehards jugend geführt? schon jenes alters der pariser, wahrscheinlich auch der brüsseler handschrift wegen , aus vielen andern gründen , wäre höchst bedenk ­ lich einen Geraldus aufserlialb Sanctgallen, oder gar ei ­ nen späteren, erst nach dem vierten Eckehard lebenden aufzusuchen, die ganz kahle Vermutung eines Geraldus Horiacensis habe ich vorhin weggeschaft. an der Loire kann keine dichtung umgearbeitet, und erneuert worden sein, die am Rhein und in den Vogesen spielt, die durch ­ gängig auf einen deutschen urheber hin weist. Wir müssen gestehn, dafs dies alles für den sanctgaller Ge ­ raldus spreche, und sein prolog gröfseres gewicht habe als des späteren Eckehards aussage. Der allerdings bestehende widerspruch zwischen dem schlufs des gedichts, das einen jungen anfänger verkün ­ digt, und den worlcu Ilexus longaevi diei in ampla,