III. negaLion. Verbindungen, 719 © Hessisches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm Nr. L 21 fprachen. Ich habe indeJTen die frei heit der gewis noch nicht gefclrloßnen unterfuclnmg beßer zu bewahren ge ­ glaubt, wenn icli hier eine einfache vocalifche negation, wie he hell practifch darftellt, annähme» » II. Verbindung der negation. Außer der im vorigen abfchnitt befprochnen anleh- nung des KI an verba lind noch folgende andere ver- Ichmelzungen delTelben zu betrachten. 1» die goth. conjunclion nih, welche ov8i (Matth* 6,25. Marc. 2,2» Joh. 6,24. Luc. 18, 13. Matth. 6,26) und zweimal geletzt ovts — oike (Matth. 6,20. Luc. 14» 35) überträgt, läßt lieh auf doppelte weife an- feilen. Einmal als ni, welchem das lüffix II hinzuge ­ treten ift (oben f. 23) ; dann als eine Verbindung des ni mit der copula jah y fo daß nih aus ni jah enlfp.rungen wäre *). Das lat. nec lieht dem nih völlig parallel, unter dem erften geßchtspunct würde es ~ neque zu nehmen, unter dem zweiten ebenfalls aus ne ac zu deuten fein. Die ahd. form lautet noh J. 340. 34l- K. 18 a u. f. w., mhd. nhd. noch; das o für e, i ift entw. aus einer allgemeineren neigung diefer mundart (f. 69) erklärbar, wobei angefchlagen werden muß, daß lieh in der zufammenfetzung nihein, nehein HZ nohein die iforrn bewahrte; oder es konnte jene zweite deutung des nih aus nijah zu beftätigen fcheinen, infofern das ahd. noh fein o aus der copula joh beibehalten hätte, folglich zz ni- joh Hände? In diefem fall wäre noh ein Zeugnis für das höhere alter der ahd. copula joh (f. 270), da lieh aus der anderen, fpäteren copula anti, inti (f. 271) kein negatives nanti, ninti erzeugen konnte, vielmehr das noh feinen platz bis auf heute behauptete, nachdem das politive joh längli erlofchen war. Von der nach ­ teiligen verinifchung des noh (nec) mit dem unver ­ wandten noh (adliuc) zz goth. naüh wurde bereits f. 69. 250 gehandelt. Im gründe liegen hch beide vorgetragnen erklärungeil des nih aus ni-uh oder ni-jah einander lehr nahe, wenn jah felblt aus ja-uh (f. 270) hervorgegangen war. Vielleicht ift die zweite darum natürlicher und leichter, *) ein umgedrehtes ni jah wäre das häufige jah ni ZI od Matth. 9,13* II. Cor. 8,5» 9,5* 13,10, welches durch alfimilation in ein engeres janni Matth. 25,42» II. Cor. 3/13» 5,12 verfchmilzt«